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  • 12. April 2018, 14:01 Uhr
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Saisoneröffnung der Imker: Viele Infos zu Tieren und Pflanzen

22. April 2018 um 10:30
Revierförsterei Gatow, 14089, Berlin
Bienen gehören zu den ersten Tieren, um deren Zucht sich Menschen kümmern.
Bienen gehören zu den ersten Tieren, um deren Zucht sich Menschen kümmern. (Foto: Christian Schindler)

Der Imkerverein Spandau feiert das späte Frühlingerwachen am Bienenstock mit der Saisoneröffnung des Lehrbienenstandes, Kladower Damm 148 (hinter der Revierförsterei), am Sonntag, 22. April, von 10.30 bis 14 Uhr.

Der späte Wintereinbruch mit tiefen Minusgraden und Schnee bereitet nicht nur den Spandauer Bienen Probleme. Die Bienen orientieren sich am Sonnenstand, und deshalb gibt es zunehmend Brut in den Bienenvölkern. Diese will gewärmt und gefüttert werden – eine schwere Aufgabe für die sorgenden Bienenfrauen. Es ist zu kalt um herumzufliegen und nach ersten frischen Pollen zu suchen. So wird es zur Aufgabe des Imkers, zu kontrollieren, ob noch genügend Futterwaben in der Nähe des Brutnestes vorhanden sind. Gibt es kaum noch Futter, müssen die Bienen gefüttert werden.

Wie das funktioniert, erfahren die Gäste des Imkervereins am Lehrbienenstand. Bürgermeister Helmut Kleebank und der Abgeordnete Daniel Buchholz (beide SPD) sprechen ab 11 Uhr Grußworte. Die anwesenden Imker stehen für Gespräche rund um die Biene zur Verfügung stehen. Imbiss und Getränke gibt es gegen eine Spende, ansonsten ist der Eintritt frei. Bei Sonnenschein wird es möglich sein, einen Bienenstock zu öffnen, damit die Besucher einen Blick in ein Volk werfen können.

Um 12 Uhr bietet Förster Frank Fielicke einen Rundgang durch den Forst an und erklärt vieles aus der Biologie des Waldes und seiner Bewirtschaftung.

Im April wird Antrag zum Bienenschutz beschlossen

Die Anwesenheit des Umweltexperten Daniel Buchholz ist kein Zufall. Noch im April wird im Abgeordnetenhaus ein Antrag der Regierungsfraktionen von SPD, Linken und Grünen beschlossen werden, der eine berlinweite Strategie zur Förderung der Bienen und anderer Bestäuber fordert. Diese reicht vom Erhalt der Imkermeisterstelle an der Freien Universität bis zu einem einheitlichen Umgang der bezirklichen Veterinärämter mit den Imkern. Den Bienen in der Großstadt kommt eine immer größere Bedeutung zu, da ihre Bestände in ländlichen Regionen wegen zunehmender Monokultur der Landwirtschaft zurückgehen.

Für eine Einführung in die Bienenkunde eignet sich das in diesem Frühjahr erschienene Buch „Herr Bien und seine Feinde“ des Sachbuchautors Timm Koch. Er schildert leicht verständlich und präzise die Entwicklung der Imkerei von den ersten Hochkulturen bis in die Gegenwart. Seine Beschreibungen des Teilens von Völkern und damit der Bienenzucht erreicht die Qualität eines blutrünstigen Thrillers, wenn es um die Heranbildung der Königinnen geht.

Aber auch der Mensch stellt mit den Tieren Dramen von shakespearescher Brutalität an: In der Heideimkerei vernichteten die Imker bis in die Neuzeit nach der Honigernte ganze Völker mit Schwefel, um sich die Winterfütterung zu sparen. Die Lektüre von Kochs Buch, der sich als Honigdieb einführt, dürfte für Imker wie Laien von Gewinn sein.

Timm Koch: Herr Bien und seine Feinde – vom Leben und Sterben die Bienen, Westend Verlag Frankfurt am Main, 220 Seiten, ISBN 978-3-86489-182-3, 20 Euro.
Autor: Christian Schindler
aus Reinickendorf
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