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  • 5. Februar 2018, 19:42 Uhr
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2. Salon Hermione in Lichtenrade: Ein Widerstandskämpfer und seine Kinder

18. Februar 2018 um 15:00
Lortzingclub, 12307, Berlin

Sonntag, 18. Februar, 15 Uhr

Lortzingclub, Lichtenrade, Lortzingstr.16, Bus 175

Ein Lichtenrader Widerstandskämpfer und seine Kinder

Erwin Gehrts zum 75. Todestag

Lesung aus dem Buch der Tochter Barbara Gehrts, Theaterszenen und Erinnerungen

in Zusammenarbeit mit der Lichtenrader Geschichtswerkstatt

Der 2. Salon Hermione ist Erwin Gehrts gewidmet, dem einzigen Lichtenrader Widerstandskämpfer, anlässlich seines 75. Todestages.

Zugleich fragen wir nach der Erinnerungskultur in Lichtenrade:

Vor 12 Jahren wurden in Lichtenrade 33 Stolpersteine verlegt, unter breiter öffentlicher Beteiligung. Gleichzeitig hat eine 6. Klasse der Nahariyaschule auch ein Theaterstück erarbeitet: "Kinder unter dem Hakenkreuz", nach einem Jugendbuch, das die Tochter von Erwin Gehrts unter dem Titel "Nie wieder ein Wort davon?" geschrieben hat.

Was ist davon geblieben? Wie wird heute an den Lichtenrader Schulen an den Holocaust erinnert? Wie stark ist der Antisemitismus in Lichtenrade? Wie steht es um die aktive Auseinandersetzung mit Rassismus und Neonazis ?

Darüber wollen wir diskutieren mit Lehrer*innen, Eltern, Schüler*innen und Vertretern der Lichtenrader Geschichtswerkstatt.

Erwin Gehrts war Journalist, schrieb für konservative Zeitungen, ehe er ins Reichsluftfahrtministerium wechselte. Hier bekam er Einblick in Hintergründe der Aufrüstung und Kriegs-Vorbereitung der Nazis, die ihn zum Umdenken brachten. So schloss er sich schließlich der Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen an.

Erwin Gehrts wohnte mit seiner Familie seit 1935 in Lichtenrade in der Uhlandstr.41A. Im Oktober 1942 wurde er plötzlich verhaftet, wegen Verrats militärischer Geheimnisse angeklagt und am 10. Februar in Plötzensee hingerichtet.

1978 erschien bei dtv ein Jugendbuch: "Nie wieder ein Wort davon?"

Darin schildert Barbara Gehrts, eines der beiden Kinder von Erwin Gehrts, in eindringlicher und anschaulicher Weise ihre Kindheit unter der Nazi-Diktatur und ihren vergeblichen Kampf um das Leben des Vaters.

Eine 6. Klasse der Nahariya-Schule hat mit ihrer Klassenlehrerin Frau Gysi 2007 das Buch von Barbara Gehrts in ein Theaterstück umgesetzt: "Kindheit unterm Hakenkreuz". Die Schüler und Schülerinnen haben auch geholfen, dass erstmals in Lichtenrade 33 Stolpersteine verlegt wurden.

Autor: Gerhard Heß
aus Lichtenrade
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