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  • 5. April 2018, 13:44 Uhr
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Steglitz-Museum erinnert an Beginn des Berliner Dadaismus vor 100 Jahren 

12. April 2018 um 19:00
Steglitz Museum, 12205, Berlin
Das Foto entstand auf der Ersten Internationalen Dada-Messe Berlin 1920. Es zeigt die Hauptprotagonisten der Dada-Bewegung.
Das Foto entstand auf der Ersten Internationalen Dada-Messe Berlin 1920. Es zeigt die Hauptprotagonisten der Dada-Bewegung. (Foto: Wikimedia)

Das Steglitz-Museum zeigt ab Mitte September eine Ausstellung über die Kultur der 20er-Jahre mit Schwerpunkt Steglitz. Im Vorgriff lädt das Museum bereits am Donnerstag, 12. April, zu einem Vortrag zum 100-jährigen Jubiläum des Dadaismus ein.

„Unsere Recherchen ergaben, dass der Berliner Dadaismus auch ein eminent Steglitzer Phänomen ist“, sagt Olaf Schlunke, Archivleiter des Steglitz Museums. Führende Dadaisten wie Raoul Hausmann oder Johannes Baader wohnten in dieser Zeit in Steglitz. So schrieb der Steglitzer Anzeiger am 4. November 1920 „Dada spukt in Steglitz“. Die Zimmerstraße 34 in Steglitz firmierte zeitweilig gar als „Zentralamt des Dadaismus“.

Der 12. April 1918 markierte den eigentlichen Beginn des Berliner Dadaismus. Am 12. April jährt sich der Dada-Abend im Haus der Berliner Secession zum hundertsten Mal. Dem Heimatverein ist es gelungen, mit Ralf Burmeister von der Berlinischen Galerie einen ausgewiesenen Dada-Experten für dieses runde Jubiläum zu gewinnen. Burmeister ist Kurator und Leiter der Künstler-Archive der Berlinischen Galerie. Als Dada-Kenner ist er Lehrbeauftragter der Humboldt-Universität und hat 2016/2017 die Ausstellung „DADA Afrika“ kuratiert.

In seinem Vortrag im Steglitz Museum geht er der Frage nach, was Dada war und ist und erklärt, dass durch die Dadaisten radikal in Frage gestellt wurde, was und wie Kunst zu sein hatte. Letztlich beeinflusste der Dadaismus die Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts ganz entscheidend.

Er stellt die historischen Rahmenbedingungen zum Entstehen der sogenannten Anti-Kunst mit dem Fokus auf Dada Berlin ebenso vor, wie die aus ihr entstandenen bildnerischen Innovationen.

Der Vortrag am Donnerstag, 12. April, beginnt um 19 Uhr im Steglitz Museum, Drakestraße 64A. Er weist mit seiner Thematik auf die geplante Ausstellung hin, die unter dem Titel „Die tollen Zwanziger: Kulturszenen aus Berlin und seinem Südwesten“ ab 14. September im Steglitz Museum gezeigt wird. Sie beleuchtet die vielfältigen Kulturszenen Berlins in den „tollen“ zwanziger Jahren im Spannungsfeld zwischen dem Zentrum der brodelnden Metropole und ihren Randbezirken. Die Ausstellung wird insbesondere Künstler in den Fokus rücken, die eine Verbindung zu Steglitz haben.

Autor: Karla Rabe
aus Steglitz
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