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  • 13. Dezember 2015, 00:00 Uhr
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Sozialdrama „Der Elefantenmensch“ läuft im Heimathafen

18. Dezember 2015 um 20:00
Heimathafen Neukölln, 12043, Berlin
Kleine Trickfilme untermalen die Hörspielproduktion.
Kleine Trickfilme untermalen die Hörspielproduktion. (Foto: Klaus Ude)

Neukölln. Die erfolgreiche Hörspielproduktion der Hamburger Gruppe „mediabühne“ ist als Live-Hörspiel mit Trickfilmprojektionen erstmalig am 18. und 19. Dezember im Heimathafen Neukölln zu sehen.

„John Merrick starb im April 1890. Man fand ihn am frühen Morgen. Ob der zu großen Last seines verunstalteten Kopfes gezwungen, aufrecht sitzend zu schlafen, hatte er sich zum ersten und zum letzten Mal wie ein normaler Mensch gebettet. Er wusste um das Risiko, und ich gehe davon aus, dass es eine bewusste Entscheidung war: Getroffen in einem Moment inneren Einklangs. Vielleicht auch: Des Glücks.“ So beschrieb der Autor, der Arzt Dr. Frederick Treves (1853 bis 1923), die berührende und wahre Geschichte des Elefantenmenschen. Die Hamburger Künstlergruppe setzte sie in einer gleichnamigen Hörspiel Adaption in der Reihe „Meister der Angst“ um.

Vier Sprecher an einem Tisch, mit Mikrofon und frontal dem Publikum zugewandt, interpretieren die Figuren aus dem Manuskript, während hinter ihnen stilvolle Schattenspiel-Szenen als Trickfilme auf einer Leinwand dargestellt werden. Die Bilder des Schattenspiels beschwören sprichwörtlich Licht und Schatten des Jahrmarktstheaters einer Zeit herauf, in der „Freaks“ wie John Merrick einer schaulustigen Öffentlichkeit zur makabren Unterhaltung dienten. Das Sozialdrama kommt ohne erhobenen Zeigefinger aus und ist dennoch ein wichtiger Appell für mehr Toleranz und Menschlichkeit. „Das Grauen besteht in der Reaktion der Gesellschaft auf einen kranken Menschen“, erklärt Annelie Krügel von der „mediabühne“. SB

Die beiden Aufführungen in der Karl-Marx-Straße 141 beginnen jeweils um 20 Uhr. Karten ab 18,50 Euro gibt es unter  61 10 13 13 oder im Internet unter www.koka36.de.
Autor: Sylvia Baumeister
aus Neukölln
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