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  • 24. März 2017, 00:00 Uhr
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Wanderausstellung zu Konzentrationslagern in Brandenburg

30. März 2017 um 18:30
Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, 12101, Berlin
Gleich nach der Machtübergabe der Nazis verschleppten SA-Standarten, SS und Polizei in allen Regionen Brandenburgs politische Gegner.
Gleich nach der Machtübergabe der Nazis verschleppten SA-Standarten, SS und Polizei in allen Regionen Brandenburgs politische Gegner. (Foto: Bundesarchiv)

Tempelhof. Im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße wird am 30. März die Wanderausstellung „Früher Terror in der Provinz. Konzentrationslager in Brandenburg 1933/34“ eröffnet. Sie wurde von der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten erarbeitet.

Viele dieser oft kurzzeitigen Folterstätten sind heute vergessen. Im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße, Werner-Voß-Damm 54a, wird nun über die einzelnen Lager und über Biografien von Inhaftierten informiert. In den Wochen und Monaten nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verschleppten SA-Standarten, SS und Polizei in allen Regionen Brandenburgs vor den Augen der Öffentlichkeit politische Gegner der neuen Regierung. Zur Zielgruppe der Nazis gehörten vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, darunter auch viele Abgeordnete von Stadt- und Kreisparlamenten. Leerstehende Fabrikgebäude, Garagen, alte Schulen oder Keller wurden als frühe Konzentrationslager genutzt, in denen die Verhafteten gedemütigt, misshandelt und gefoltert wurden. Viele überlebten die Torturen nicht.

Auch auf dem ehemaligen Kasernengelände an der General-Pape-Straße befand sich von März bis Dezember 1933 ein frühes Konzentrationslager unter Führung der SA-Feldpolizei. Heute gehören die Keller des Gebäudes am Werner-Voß-Damm zu den wenigen erhaltenen historischen Zeugnissen des frühen NS-Terrors in Berlin. Viele der hier rund 500 Gefangenen wurden misshandelt und etwa 30 ermordet. Nach langen Jahren der Vergessenheit wurden die ehemaligen Haftkeller Mitte der 1990er-Jahre wiederentdeckt. Auf Anregung und mit der Unterstützung des Fördervereins „Gedenkstätte Papestraße“ hat der Bezirk an historischer Stelle einen Lern- und Gedenkort eingerichtet.

Die Wanderausstellung wird am 30. März um 18.30 Uhr offiziell eröffnet. Anschließend, bis 2. Juli, ist sie dienstags, mittwochs, donnerstags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei und zudem wird jeden Sonntag um 14 Uhr eine kostenlose Führung angeboten. HDK

Weitere Informationen:  902 77 61 63. www.gedenkort-papestrasse.de.
Autor: Horst-Dieter Keitel
aus Tempelhof
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