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  • 27. Oktober 2017, 00:00 Uhr
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Kurzfilmfestival „Friedenale“ mit Fotos, Filmen und Texten von Andreas Fischer

5. November 2017 um 11:00
Bundesplatz Kino, 10715, Berlin
Der Fotograf, Filmemacher und Autor Andreas Fischer steht im Mittelpunkt der diesjährigen "Friedenale" des Vereins "Südwestpassage".
Der Fotograf, Filmemacher und Autor Andreas Fischer steht im Mittelpunkt der diesjährigen "Friedenale" des Vereins "Südwestpassage". (Foto: KEN)

Friedenau. Das Kurzfilmfestival „Friedenale“ widmet seine diesjährige Ausgabe einem einzigen Künstler: Andreas Fischer.

Die Organisatoren vom Verein „Südwestpassage“ haben ein Jubiläum zu Anlass genommen, Andreas Fischer in ihrer Veranstaltungsreihe im November und Dezember vorzustellen. Der vielseitige Filmemacher, Fotograf und Autor lebt und arbeitet seit nunmehr 30 Jahren in Friedenau. Bekannt wurde er vor allem mit den Filmen „Söhne ohne Väter“ (2007) und „Töchter ohne Väter“ (2016). In beiden beschäftigt sich Andreas Fischer mit den Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen von Menschen, die kriegsbedingt ohne Vater aufwachsen mussten.

„Ich komme aus einer Bierbrauerdynastie. Meine Vorfahren waren immer sesshaft“, begründet Fischer sein langes Verweilen in Friedenau. Und ihm gefalle es, inmitten einer illustren Gesellschaft und gleichzeitig in einer Art Dorf zu leben. „Ich bin stolz, direkter Nachbar von Herta Müller zu sein“, sagt Fischer, der in Bonn geboren wurde und unweit davon in Troisdorf aufwuchs. Mit der Literaturnobelpreisträgerin von 2009 wirkt in Friedenau eben nach wie vor die Aura der Weltliteratur.

„Ich habe noch Günter Grass pfeiferauchend auf seinem Balkon in der Niedstraße gesehen“, erzählt Andreas Fischer, und Uwe Johnson als „Quartiermeister“ für seine Schriftstellerkollegen, „damit er Saufkumpane in der Kneipe am Friedrich-Wilhelm-Platz hat“, weiß Fischer.

Roman in Arbeit

Friedenau ist also wie geschaffen für einen Mann, der zunächst Schriftsteller werden wollte und in Gruppe-47-Mitglied Paul Hubrich einen unbestechlichen Lehrmeister fand. Es kam zunächst anders. Fischer machte eine Fotografenausbildung und studierte Filmwissenschaft, Psychologie und Ethnologie. Das Schreiben ist aber eine Leidenschaft des 56-Jährigen geblieben – neben dem Essengehen mit guten Freunden. Noch unveröffentlicht ist sein Roman „Troisdorf“.

Die Idee, einen Dokumentarfilm über Friedenau zu drehen, findet Andreas Fischer sehr verlockend. Das Thema wäre die Schriftstellergruppe der Sechziger. „Ich arbeite mit Interviews. Da gibt es sicher noch Zeitzeugen.“

Friedenale „Andreas Fischer“: im Bundesplatz-Kino, Bundesplatz 14: 5. November 11 Uhr „Kurt“ und „Lindenhotel“, 13 Uhr Eröffnung der Fotoausstellung „Tante Hilde“ im Foyer (bis 2. Dezember); 12. November 11 Uhr „Contergan – Die Eltern“; 19. November 11 Uhr „Söhne ohne Väter“; 26. November 11 Uhr „Töchter ohne Väter“; 2. Dezember 14 Uhr „Tante Hilde“. Buchhandlung „Der Zauberberg“, Bundesallee 133: 14. November 20 Uhr Film „Die Geschichte von der Trans-Ural-Photogesellschaft“, im Anschluss Lesung aus „Troisdorf“; Atelier Sabine Wild, Eschenstraße 4: 24. November 19 Uhr „Lockruf des Blutes“; 7. Dezember 19 Uhr „Ladenschluss“ und Beamershow der Fotos „Tante Hilde“ mit Weihnachtskeksen nach Tantchens Originalrezept. Andreas Fischer ist bei allen Veranstaltungen anwesend. KEN

Informationen unter www.suedwestpassage.com und www.moraki.de.
Autor: Karen Noetzel
aus Schöneberg
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