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  • 29. März 2017, 07:50 Uhr
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Gedenken an die Familie Silbermann

31. März 2017 um 17:00
Lindenthaler Allee 29, 14163, Berlin
Stolperstein für Louis Leyser Silbermann.
Stolperstein für Louis Leyser Silbermann. (Foto: Dirk Jordan)

Zehlendorf. Die AG Spurensuche der evangelischen Kirchengemeinde Schlachtensee hat den Lebens-und Leidensweg der jüdischen Familie Silbermann unter den Nazis recherchiert. Am Freitag, 31. März, 17 Uhr werden vor dem ehemaligen Wohnhaus der Familie in der Lindenthaler Allee 29 fünf neue Stolpersteine verlegt.

Louis Leyser Silbermann und sein Bruder Max hatten in den 1930er-Jahren eine Seidenwaren-Manufaktur. Louis versuchte sich 1938/39 durch die Emigration nach Frankreich zu retten, wurde dort aber später im Lager Gurs interniert. Er kam 1941 im Lager Récébédou bei Toulouse ums Leben.

Louis‘ Frau Charlotte konnte noch 1940 mit ihrem Sohn Alfred nach Argentinien auswandern. Beide überlebten die NS-Zeit. Kurt, der zweite Sohn, emigrierte bereits 1936 in die Sowjetunion. Dort wurde er 1938 vom NKWD (Volkskommissariat für innere Angelegenheiten) verhaftet, aufgrund von Verleumdungen zum Tod verurteilt und in Moskau erschossen. 1989 wurde Kurt Silbermann rehabilitiert.

In dem Haus Lindenthaler Allee 29 wohnte zeitweise auch Jenny Hirsch. Sie lebte zuvor in Tilsit und Königsberg. In Berlin versuchte sie zu studieren, was ihr aber nicht mehr erlaubt wurde. Vielmehr wurde sie zur Zwangsarbeit bei Siemens-Halske verpflichtet. Am 19. Februar 1943 wurde sie mit dem 29. Osttransport nach Auschwitz gebracht und dort ermordet. Jenny Hirsch wurde 21 Jahre alt. Dirk Jordan/uma

Autor: Ulrike Martin
aus Zehlendorf
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