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  • 16. Februar 2018, 00:00 Uhr
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Initiative will historischen Lernort auf der Parks Range schaffen

26. Februar 2018 um 19:30
Rathaus Zehlendorf, 14163, Berlin
Das Bild zeigt ein Gebäude auf dem Betriebsgelände der Reitgemeinschaft Holderhof, auf dessen Grundriss nach einer Luftbildaufnahme von Anfang 1945 sich bereits damals ein Bauwerk befand, das zum Stalag III D gehört haben dürfte.
Das Bild zeigt ein Gebäude auf dem Betriebsgelände der Reitgemeinschaft Holderhof, auf dessen Grundriss nach einer Luftbildaufnahme von Anfang 1945 sich bereits damals ein Bauwerk befand, das zum Stalag III D gehört haben dürfte. (Foto: privat)

Die Geschichte des Geländes der ehemaligen Parks Range, auf dem demnächst ein neuer Stadtteil mit etwa 2500 Wohnungen gebaut werden soll, ist wenig bekannt. Um mehr Bewusstsein für die historische Bedeutung des Geländes zu schaffen, möchte eine Initiative dort einen historischen Lernort errichten.

Träger der Initiative sind die Initiative KZ-Außenlager Lichterfelde, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten (VVN-BDA Berlin) und das Aktionsbündnis Lichterfelde-Süd. Ziel ist es, bei der Bebauung des Geländes durch die Groth-Gruppe einen Raum für einen historischen Lernort zu schaffen. Ein solcher Ort könnte ein historisches Gebäude oder ein Raum in der geplanten Schule sein. Denkbar wäre auch eine Räumlichkeit im vorgesehenen Umweltzentrum oder im Stadtteilzentrum Steglitz, so die Vorstellungen der Initiative. An diesem historischen Lernort könnten aus Sicht der Initiatoren Themen zur Erkundung angeboten werden, die einen Einblick in die Historie des Geländes geben. Die Initiative strebt an, dass der Investor die Kosten für diesen Lernort in Kooperation mit dem Bezirk oder dem Land Berlin übernimmt.

Neben geschichtlichen Einblicken in die Zeit der Bauernbefreiung anhand des Rittergutes Giesendorf soll der Lernort auch an die Planungen auf diesem Gelände für eine „Welthauptstadt Germania“ in der NS-Zeit erinnern. Vorgesehen waren eine „Reichslokomotivenschmiede“ und ein Zentrum mit Eisenbahnversuchsanlagen. Die benötigten Arbeitskräfte standen über das Kriegsgefangenenlager Stalag III D am Landweg und über von der Reichsbahn unterhaltene Zwangsarbeiterlager rund um den S-Bahnhof Lichterfelde-Süd zur Verfügung. Kriegsbedingt sind die geplanten Arbeiten nach bauvorbereitenden Maßnahmen und der Anlage von Fundamenten seinerzeit auf die Zeit nach dem „Endsieg“ zurück gestellt worden. Auch über die Nutzung nach dem Krieg durch die US-Army, als das Gelände zur Parks Range und Doughboy City wurde, soll informiert werden.

Die Obere Denkmalbehörde des Landes Berlin hat auf Anregung der „Initiative für einen historischen Lernort in Lichterfelde-Süd“ mit der Inventarisierung des Gebietes begonnen. Die ursprünglich vorhandenen Baulichkeiten sind inzwischen weitgehend abgetragen.

Für Montag, 26. Februar, 19.30 Uhr, lädt die Initiative zur einer öffentlichen Sitzung in den alten BVV-Saal im Rathaus Zehlendorf, Kirchstraße 1/3, ein. Dort wird sie über ihre Pläne und Ideen informieren.

Autor: Karla Rabe
aus Steglitz
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