Anwohner begehren gegen Howoge-Neubau auf

Eine Initiative von Bürgern will das Bauvorhaben der Howoge verhindern.
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Fennpfuhl. Die Wohnungsbaugesellschaft Howoge will zwei achtgeschossige Wohnhäuser in der Paul-Zobel-Straße bauen. Das Projekt sehen nicht nur die Anwohner kritisch. Auch in der Bezirksverordnetenversammlung stieß das Vorhaben auf unterschiedliche Meinungen.

Bauen oder nicht bauen? Während Anwohner sagen "Bitte nicht", ist für die Wohnungsbaugesellschaft Howoge die Antwort eindeutig: "Wir möchten einen Bauantrag stellen", sagt Unternehmenssprecherin Sabine Pentrop und der Leiter des Bereiches Neubau der landeseigenen Gesellschaft, Stefan Schautes, ergänzt: "Wir können die Kritik nachvollziehen, allerdings haben wir die Aufgabe, Wohnraum zu schaffen."

Wohnraum, das sind 70 neue Wohnungen, die an der Paul-Zobel-Straße 10 entstehen sollen. Auch eine Kita für 40 Kinder soll Teil des Bauprojektes werden. Die Außenanlage wird zudem eine zweite Kita in der Nachbarschaft mitbenutzen dürfen. Zwei Wohnhäuser mit acht Geschossen sind geplant – und ein kleiner, grüner Hof für alle. Der Baustart soll schon im Sommer 2017 erfolgen.

Vielen Anwohnern ist das Bauprojekt allerdings ein Dorn im Auge. Denn die beiden Häuser sollen auf einem grünen Innenhof zwischen zwei Plattenbauzeilen gebaut werden. "Wir sind gegen eine Nachverdichtung an dieser Stelle. Bitte nicht noch zwei Häuser – wir brauchen Luft!", sagt Anwohner Bernd Fleischmann, der sich in einer Bürgerinitiative gegen das Projekt engagiert. Kritisch sieht die Initiative, dass ein Teil der Grünfläche zwischen bestehenden Hauszeilen verbaut wird. Schon jetzt mangelt es in der Siedlung an Parkplätzen. "Die Paul-Zobel-Straße ist an beiden Straßen so eng beparkt, dass selbst ein Rettungswagen nicht mehr durchkommt", erklärt Anwohner Bernd Ruszkowski. Die Konflikte im Wohngebiet drohen sich durch die Verdichtung noch zu verschärfen. Die Initiative versucht deshalb, den Bau zu verhindern. "Das Gebäude soll mitten in die Wohnsiedlung gequetscht werden", sagt Ruszkowski verärgert.

Auch unter den Bezirksverordneten ist das Howoge-Bauvorhaben umstritten. "Wir sagen Ja zum Bau von neuen Wohnhäusern, aber Nein zum Bau von Wohnhäusern in Höfen von Großsiedlungen. Ein Innenhof ist kein guter Standort", sagte der Bezirksverordnete Christian Petermann (Die Linke) auf der Vollversammlung Mitte Juni. Auf zwei Anträge seiner Fraktion hin könnte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) noch im Juli entscheiden, ob sich das Bezirksamt für eine Verkleinerung des Projektes gegenüber dem Bauherren stark machen – oder ihn gar zur Rückabwicklung des Grundstückskaufs bewegen wird. Das fordert zumindest Die Linke in einem der Anträge. Doch nicht nur Die Linke macht Forderungen auf. "Dieses Gelände muss eine Grünfläche bleiben", sagte Henriette van der Wall (Bündnis 90/ Die Grünen) auf der Versammlung. Und auch Henning Fahrenberg (SPD) sieht die "Parkplatzprobleme" und den "Wegfall der Grünfläche" kritisch, warnt aber vor einer Rückabwicklung des Kaufs. "Das könnte den Bezirk teuer zu stehen kommen".

Nicht zuletzt schaltete sich in die BVV-Diskussion auch die Bürgermeisterin Birgit Monteiro (SPD) ein: Sie wies darauf hin, dass der von der Howoge vorgelegte Projektentwurf "alle Abstandsflächen zu den benachbarten Gebäuden knapp einhält." KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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