Bildungsverwaltung lehnt Dienstzeitverlängerung ab
Erfolgreicher Schulleiter darf nicht weitermachen

Wird das Berliner Schulwesen von Ideologie beherrscht? Das Vorgehen der Schulverwaltung im Fall der Friedrich-Bergius-Schule könnte das vermuten lassen. Leiter Michael Rudolph muss aufhören.

Im letzten Sommer hatte die Schulinspektion die Schule am Perelsplatz als „Problemschule“ eingestuft. Zu viel Frontalunterricht, zu wenig Frei- und Gruppenarbeit, angeblich weder individuelle Förderung noch eine „Umsetzung des Inklusionsgedankens“, so das Urteil.

Empörung damals bei Eltern und quer durch alle Parteien: Die Friedrich-Bergius-Schule gilt als Vorzeigeschule. Die treibende Kraft hinter diesem Erfolg: Schulleiter Michael Rudolph. 41 Jahre ist Rudolph im Schuldienst. Seit 14 Jahren steht er der integrierten Sekundarschule vor. Die Lernleistung der Bergius-Schüler liegt deutlich über dem Durchschnitt dieses Schultypus. Nur neun Prozent gehen ohne Abschluss ab, berlinweit sind es 13 Prozent. Rudolph hat das mit Methoden erreicht, die den Schulinspektoren von Senatorin Sandra Scheeres (SPD) übel aufstießen: klare Regeln, Disziplin und Strenge. Statt einem Heer von Sozialpädagogen, Ergotherapeuten und Logopäden genügen Rudolph das normale Lehrerkollegium und drei Sozialarbeiter.

Rudolph (65) hätte gerne noch ein Jahr drangehängt. Das Berliner Beamtengesetz erlaubt Verlängerungen. Schulleiter fehlen allerorten. Aber die Schulbehörde lässt ihn nicht. Sein Antrag wird ohne weitere Begründung abgelehnt: „Ihrem Antrag kann leider nicht entsprochen werden. Die Schulaufsicht legte dar, kein dienstliches Interesse an einer Weiterbeschäftigung zu haben.“

Christian Zander, schulpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der BVV, spricht von einem unwürdigen Vorgehen der Senatsbildungsverwaltung mit einem verdienten Schulleiter. Schulleiter wie Michael Rudolph sollen offenbar auf Linie gebracht werden. Dem Senat sei die ihm genehme Unterrichtsmethode wichtiger als der Lernerfolg von Schülern, so Zander.

„Dass ein Schuldirektor gehen muss, weil er durch erfolgreiche Arbeit die rot-rot-grünen Bildungsvorstellungen ad absurdem führt, ist ein Armutszeugnis für die Schulpolitik des Senats. Es wird Zeit, dass endlich die ihren Posten räumen, die das Berliner Schulchaos verantworten und nicht die, die es seit Jahren in den Schulen ausbaden müssen“, formuliert Marvin Horstmann von den Jungliberalen im Bezirk.

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