Klappstühle und Eierkuchen
Barbara Schöneberger besucht Schülerfirmen in Lichtenberg

Von den Jungs der Holzwerkstatt Kniese ließ sich DKJS-Botschafterin Barbara Schöneberger zeigen, was dort alles hergestellt wird.
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Über den ungewohnten Medienansturm staunten die Lichtenberger Schüler nicht schlecht: Umringt von Kamera-Teams und Reportern besuchte Moderatorin Barbara Schöneberger am 23. Januar die Paul- und Charlotte-Kniese Schule in Friedrichsfelde. Die TV-Frau kam im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und interessierte sich vor allem für die zwei Schülerfirmen „Holzwerkstatt Kniese“ und „Küche“.

Unter Schüchternheit scheint Dustin nicht zu leiden. Unbeeindruckt von klickenden Kameras und Mikrophonen plaudert der 16-Jährige mit Barbara Schöneberger über „seine“ Holzwerkstatt. Seit zwei Jahren verbringe er dort viel Zeit, erzählt er. Fünf Mitstreiter, alles Jungs, seien außerdem im Team. Was genau sie denn herstellen würden, will der prominente Gast wissen. „Na, Ostern machen wir Hasen, Weihnachten eben Weihnachtsmänner. Die verkaufen wir auf dem Markt, und vom Erlös können wir uns neues Material leisten.“

Dustin deutet auf eine Ecke, in der klappbare Holzstühle aneinander lehnen – eigenhändig getischlert, wie er stolz erklärt. „Die sind ja super!“, ruft die Schöneberger begeistert, schnappt sich einen der für den Strand gedachten Sitze und pflanzt sich ohne Umschweife darauf. „Davon bestelle ich doch gleich mal zwei.“

Botschafterin der Kinder- und Jugendstiftung

Die bekannte Moderatorin besucht die integrierte Sekundarschule in der Erich-Kurz-Straße an diesem frostigen Januarvormittag aber nicht zu Einkaufszwecken. Vielmehr führt sie ihre neue Rolle als Botschafterin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) nach Friedrichsfelde. Sie will für die Schülerfirmenarbeit der DKJS die Werbetrommel rühren, weshalb sie sich erst einmal ein paar Unternehmen anschaut. In der Paul- und Charlotte-Kniese Schule ist sie am richtigen Ort. Gleich zwei Schülerfirmen unterstützt die DKJS dort, die Holzwerkstatt Kniese und die Küche.

„Bildung ist doch die Grundlage für das ganze Leben“, sagt Barbara Schöneberger. „Man kann gar nicht genug dafür tun. Also habe ich beschlossen, mich mehr für gute Bildung in Deutschland zu engagieren, und bei der DKJS bin ich ganz nah am Geschehen.“

Die Kinder- und Jugendstiftung setzt sich landesweit für Bildungserfolge junger Menschen ein. Unter anderem fördert sie Schülerfirmen und bewirkt damit Zweierlei: Praktische, sogar betriebswirtschaftliche Kenntnisse rüsten den Nachwuchs besser für den Arbeitsalltag. Außerdem sammeln die Mädchen und Jungen, die oft mit Lernschwierigkeiten kämpfen, Erfolgserlebnisse jenseits des Unterrichts. Vielen Jugendlichen eröffnet das Projekt ganz neue Chancen.

Praktisches lernen

„Mit unserer Stiftung arbeiten wir daran, Hemmnisse abzubauen und neue Konzepte in der deutschen Bildungslandschaft zu etablieren“, erläutert Heike Kahl, Geschäftsführerin der DKJS. „Das passiert oft genug hinter den Kulissen. Bei den Schülerfirmen kann man aber ganz hautnah und praktisch erleben, was das im Leben junger Menschen bewegen kann.“

Davon überzeugt sich auch Barbara Schöneberger bei ihrem Besuch. In der Holzwerkstatt Kniese greift sie selbst zu Bohrer, Säge und Feile. Dabei stellt sie sich – laut wohlwollend geäußerter Einschätzung der sechs Jungs – gar nicht so ungeschickt an. „Ich kann hier jederzeit anfangen“, flachst sie und zaubert im Gegenzug ein Gastgeschenk hervor: einen nagelneuen Kompressor, der in der Holzwerkstatt schon lange auf dem Wunschzettel stand. Dann geht es weiter zur zweiten Schülerfirma, der Küche.

Drinnen duftet es lecker, goldbraune Eierkuchen brutzeln in der Pfanne. Schon ist der erste Happen im Moderatorinnenmund verschwunden. „Ich muss doch probieren, ob die auch gut sind“, sagt sie und grinst. Dann wird der Schopf zum Dutt gebunden, eine Schürze kommt um die Hüften. Schöneberger setzt sich an einen Tisch, schmiert Brötchen und schwatzt mit den Schülern drauflos. Dabei erfährt sie, dass Mädchen und Jungen unterschiedlicher Jahrgangsstufen in der Küchenfirma arbeiten und immer donnerstags belegte Brote, gefüllte Eierkuchen und andere, möglichst gesunde Snacks für ihre Mitschüler zubereiten. Eine beim Friedrichsfelder Nachwuchs ebenso willkommene wie beliebte Pausenversorgung. Die gibt es es auch noch günstig, fast zum Einkaufspreis.

Aufs Leben vorbereitet

Das kulinarische Angebot kann das Küchenteam nun sogar noch ausbauen – dank des zweiten Mitbringsels der DKJS-Botschafterin, einem Waffeleisen. Dann ist es Zeit für ein Resümee: „Die Schüler lernen hier wirklich viel Sinnvolles“, lobt Barbara Schöneberger. „Oft haben Kinder ja keinerlei Ahnung vom wirklichen Leben. Dabei ist es unglaublich wichtig, dass sie darauf vorbereitet werden, was im Job auf sie zukommt. Die Schülerfirmen schicken sie jedenfalls besser gerüstet ins Leben. Ich selbst habe sowas erst mit 18 gelernt.“

Das Fachnetzwerk Schülerfirmen der DKJS berät und begleitet landesweit rund 580 Schülerfirmen, in denen mehr als 5700 Kinder und Jugendliche mitarbeiten. Es koordiniert die unterschiedlichen Angebote für Schülerfirmen und qualifiziert sowohl Jungunternehmer als auch Lehrkräfte. Alle Infos über die Stiftung und die Schülerfirmenarbeit gibt es unter www.dkjs.de und www.berlinerschuelerunternehmen.de

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