Schwarze Knöpfe im Schneeweiß
Das neue Eisbärchen im Tierpark hat die Augen geöffnet

Zeit für ein Nickerchen: Mama Tonja mit ihrem Mini-Bären.
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  • Zeit für ein Nickerchen: Mama Tonja mit ihrem Mini-Bären.
  • Foto: 2019 Tierpark Berlin
  • hochgeladen von Berit Müller

Im wahren Wortsinn von einem Augenblick zum anderen öffnete das neue Eisbärchen im Tierpark zum ersten Mal seine Lider. Der inzwischen knapp sechs Wochen alte Nachwuchs der Bärin Tonja stimmt Tierpfleger und Kuratoren vorsichtig optimistisch.

Gut fünf Wochen nach der Geburt am 1. Dezember vorigen Jahres blickte das Eisbären-Baby seine Mama zum ersten Mal mit winzigen schwarzen Knopfaugen an. Während er seine Umgebung bis dahin nur tastend und kuschelnd erkunden konnte, sieht und hört der Winzling nun auch. „Ab einem Alter von etwa 30 Tagen öffnen sich Augen und Gehörgänge von kleinen Eisbären“, erklärt Bären-Kurator Florian Sicks. „Mittlerweile kann man über die Kameras nahezu täglich beobachten, wie das Jungtier aktiver wird und sich sogar schon am Laufen oder Krabbeln versucht.“

Kameras statt Ruhestörung

Obwohl sich das Bärchen bislang gut entwickelt, verweisen die Experten auf das nach wie vor hohe Risiko. In ihrem natürlichen Lebensraum würden etwa 85 Prozent der Eisbären nicht älter als zwei Jahre. Da absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Aufzucht sei, habe sich bisher niemand der Wurfhöhle genähert.

Dank neuer Kameratechnik können Florian Sicks und seine Kollegen rund um die Uhr das Geschehen in der Wurfhöhle verfolgen und mithilfe einer Zoom-Funktion auch das Trinkverhalten des Nachwuchses genau kontrollieren.

Papa Bär ist ausgezogen

Wie auf den Fotos der Kamera gut zu sehen ist, kümmert sich Eisbärin Tonja (9) nach wie vor liebevoll um ihr Kleines. Vater Wolodja (7) spielt dabei keine Rolle, er wohnt seit dem Sommer im Zoo, damit Tonja und ihr Baby größtmögliche Ruhe haben. Auch im natürlichen Lebensraum leben Eisbären als Einzelgänger, die Männchen sind nicht in die Aufzucht der Jungtiere involviert.

Voraussichtlich Anfang Februar steht die erste tierärztliche Untersuchung für das Bärchen an, bei der dann auch das Geschlecht bestimmt werden kann. Für die Tierpark-Besucher sind die Weißpelze derzeit nicht zu sehen. Generell verlassen Eisbären-Mütter mit ihren Jungen erst im Frühjahr die Wurfhöhle.

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