So groß wie ein Meerschweinchen
Neuer Eisbär-Nachwuchs im Tierpark

Bilder aus der Videokamera: So winzig ist das neue Junge von Eisbärin Tonja.
  • Bilder aus der Videokamera: So winzig ist das neue Junge von Eisbärin Tonja.
  • Foto: 2018 Tierpark Berlin
  • hochgeladen von Berit Müller

Jetzt heißt es fest die Daumen drücken. Im Tierpark Friedrichsfelde gibt es ein neues, wenige Tage altes Eisbären-Junges. In den Wochen vor der Geburt hatte Eisbär-Mama Tonja bis zu 22 Stunden am Tag geschlafen. Am 1. Dezember, um 2.33 Uhr brachte sie schließlich ein winziges Jungtier auf die Welt. Es hatte in etwa die Größe eines Meerschweinchens.

Dank neuer Kameratechnik konnte Eisbären-Kurator Florian Sicks von zu Hause aus die Wurfhöhle im Tierpark überwachen, er entdeckte den Nachwuchs als erster. „Als am 1. Dezember gegen 21 Uhr erstmals für eine längere Zeit laute Schmatzgeräusche zu hören waren, löste sich meine Anspannung etwas“, erzählt er. „Mittlerweile trinkt das Eisbären-Jungtier regelmäßig in einem Rhythmus von etwa zwei bis drei Stunden.“ Das Jungtier liege stets ganz nah am wärmenden Fell der Mutter.

Tonja sei zwischen März und April mehrmals von Eisbär Wolodja gedeckt worden und habe sich im Laufe der folgenden Monate eine dicke Schicht Winterspeck zugelegt. Von schlanken 230 Kilogramm im März schaffte sie es bis zum September auf 390. Dass sie trächtig sein könnte, vermuteten die Veterinäre zwar, überprüfen konnten sie es aber nicht: „Eisbären gehören zu den gefährlichsten Landraubtieren der Welt, Tonja per Ultraschall zu untersuchen wäre also ohne risikoreiche Vollnarkose nicht möglich gewesen“, erklärt Sicks. Eine genaue Tragzeit sei bei Eisbären nicht zu bestimmen. Ab Ende des Sommers entwickle sich nach einer sogenannten Keimruhe aus dem befruchteten Ei der Embryo und beginne zu wachsen. Auch in ihrem natürlichen Lebensraum ziehen sich die Eisbär-Weibchen dann im Herbst zurück, um Nachwuchs zu bekommen.

Ruhe und Daumendrücken

„Uns haben die Erfahrung der vergangenen zwei Jahre klar gemacht, wie schnell solch ein Glück vorbei sein kann“, räumt Tierparkdirektor Andreas Knieriem ein. Bisher waren Tonjas Jungtiere stets in einem sehr jungem Alter gestorben. In den ersten zehn Tagen ist die Sterblichkeit besonders hoch. „Dennoch sind wir sehr zuversichtlich und drücken alle die Daumen", so der Direktor. "Tonja hat sich bisher immer vorbildlich um ihre Jungtiere gekümmert und sie tut es auch jetzt wieder.“

In den nächsten Wochen darf sich niemand der Wurfhöhle nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ist für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor. Für die Tierparkbesucher sind die Eisbären aktuell nicht zu sehen. Wie in der Natur verlassen Mutter und Jungtier erst im Frühjahr die Wurfhöhle.

Autor:

Berit Müller aus Lichtenberg

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