Ins 21. Jahrhundert gestolpert
Neue Technik in der BVV Friedrichshain-Kreuzberg

Beispiel einer angezeigten namentlichen Abstimmung. Neben dem Ergebnis ist zu sehen, wer votiert hat und wie. Nicht nur bei dieser gestellten Frage handelte es sich um eine Testfrage.
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  • Beispiel einer angezeigten namentlichen Abstimmung. Neben dem Ergebnis ist zu sehen, wer votiert hat und wie. Nicht nur bei dieser gestellten Frage handelte es sich um eine Testfrage.
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Im Sitzungssaal der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Rathaus Kreuzberg scheint die Zeit irgendwann stehen geblieben zu sein. Selbst das Hochfahren eines Beamers sorgt dort für Probleme. Umso erstaunlicher war die aktuelle technische Neuheit, die am 30. Januar vorgestellt wurde.

Die Mitglieder des Friedrichshain-Kreuzberger Parlaments können nämlich jetzt elektronisch abstimmen. Alle bekamen eine Art Fernbedienung in die Hand gedrückt, mit deren Hilfe sie künftig ihr Votum ausdrücken sollen. Das Ergebnis wird dann auf einer Leinwand präsentiert. Grün steht für ja, rot bedeutet nein, gelb Enthaltung. Und das für jede und jeden Bezirksverordneten, deren Namen dort jeweils aufgeführt werden. Abgesehen von geheimen Abstimmungen. Da wird nur das Resultat eingeblendet.

Voting per Knopfdruck ist inzwischen gang und gäbe. Sie freue sich, dass nun auch die BVV Friedrichshain-Kreuzberg im 21. Jahrhundert angekommen sei, sagte Marlene Heihsel (FDP).

Wobei jede Neuerung zunächst ihre Tücken zeigt. In diesem Fall weniger beim technischen Ablauf, was fast an ein Wunder grenzt. Denn manchmal herrscht schon Freude, wenn sich im BVV-Saal eine funktionierende Steckdose finden lässt. Allerdings sorgt das elektronische Eruieren der Meinungsbildung eher für Zeitverzug. Vor allem bei Formalien, wie der Zustimmung zur Tagesordnung. Bisher hoben hier in der Regel alle die Hand, was dann in wenigen Sekunden erledigt war. Jetzt dauert es etwas länger, ehe das Resultat schwarz auf weiß vorliegt.

Es gab aber einen anderen Grund, weshalb die Premiere vorzeitig abgebrochen werden musste. Schuld daran war "diePartei". Die Spaßformation wurde auf den Abstimmungsschaubildern nämlich als Piraten-Partei bezeichnet. Die Piraterie hat sie inzwischen hinter sich gelassen, auch wenn zwei ihrer Fraktionsmitglieder aus dieser Ecke kommen. Ohne richtiges Logo kein weiteres Drücken der Tastatur, machte "die Partei" deutlich und setzte sich durch. Deshalb wurden die meisten Ergebnisse noch einmal und wie bisher per Hände in die Höhe ermittelt. Bis zur nächsten Sitzung Ende Februar sollte aber das Problem mit dem richtigen Parteiabzeichen gelöst sein.

Beispiel einer angezeigten namentlichen Abstimmung. Neben dem Ergebnis ist zu sehen, wer votiert hat und wie. Nicht nur bei dieser gestellten Frage handelte es sich um eine Testfrage.
Hier wurde dagegen eine geheime Abstimmung ausprobiert. Nur das Resultat wird gezeigt, aber nicht, wie es zustande gekommen ist. Zu sehen ist dagegen auch hier das falsche Partei-Logo (zweites von links).
Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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