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Ämterstreit wegen Schulneubau am Ostbahnhof

Wo: Schulstandort am Ostbahnhof, Lange Str., 10243 Berlin auf Karte anzeigen
Die Fläche für den künftigen Schulneubau vis-à-vis vom Ostbahnhof: Die Frage ist derzeit, ob sie vollständig bebaut werden kann.
Die Fläche für den künftigen Schulneubau vis-à-vis vom Ostbahnhof: Die Frage ist derzeit, ob sie vollständig bebaut werden kann. (Foto: Thomas Frey)

In Friedrichshain sollen in den kommenden Jahren einige dringend benötigte neue Schulen errichtet werden.

Schon dafür die entsprechenden Flächen zu finden, macht Probleme. In einem Fall kommen jetzt Planungsstreitigkeiten hinzu.

Nämlich auf den Grundstücken östlich, beziehungsweise südöstlich der ehemaligen Galeria Kaufhof am Ostbahnhof. Dort soll ein neues Schulgebäude einschließlich Sporthalle für das Heinrich-Hertz-Gymnasium entstehen. Der bisheriger Standort an der Rigaer Straße würde dann frei für eine weitere Grundschule im Samariterkiez.

Das direkt an das ehemalige Kaufhaus angrenzende Areal, bisher als Parkplatz genutzt, befand sich bereits in Bezirksbesitz. Weil es sich für einen Schulneubau aber als eher zu klein erwies, verhandelte der Bezirk mit der Berliner Immobilienveraltung BIM zwecks Übergabe des südlich davon gelegenen Geländes. Mit Erfolg, die BIM rückte die Fläche heraus. Zusammen wäre jetzt also genügend Platz für das künftige Hertz-Gymnasium. Allerdings erst mal nur auf dem Papier. Denn die vorgesehene Bebauung stößt auf Einwände der bezirklichen Stadtplanung. Wie zu hören war, verwies sie zunächst auf einen bestehenden B-Plan, dem das Vorhaben bisher entgegen stehe. Darüber hinaus werden "städtebauliche Gründe" für das bisherige Veto ins Feld geführt. Die Schwierigkeiten lägen in der "Gemengelage der Bedarfe eines Schulstandortes und zum Beispiel denen eines Fernbahnhofs", formuliert Baustadtrat Florian Schmidt (Bündnis90/Grüne).

Verhindern wollen auch die Stadtplaner den Neubau nicht. Aber was sie als Variante vorgeschlagen haben, stieß im Schulamt auf wenig Gegenliebe. Schule und Sportgebäude ließen sich nur auf den Bereichen realisieren, die von Bebauungsplänen oder anderen Schwierigkeiten nicht betroffen seien. Dann bliebe aber kein Platz mehr für einen Pausenhof. Der sollte deshalb auf dem Dach der Turnhalle eingerichtet werden. Was sich Schulstadtrat Andy Hehmke (SPD) schon wegen der dann verfügbaren Fläche nicht wirklich vorstellen kann. Und rund 800 Schüler zum Auslauf aufs Dach zu schicken, wäre ohnehin ein sehr gewöhnungsbedürftiger Gedanke.

Auch insgesamt war der Stadtrat von den Einwänden des Stadtplanungsamtes nicht erbaut. "Wozu habe ich ewig mit der BIM verhandelt und darauf verwiesen, dass wir das Grundstück dringend brauchen, wenn das Ergebnis so aussehen soll?"

Inzwischen scheinen sich aber immerhin Kompromisse anzudeuten. Zusammen mit dem Schulamt werde aktuell eine "Einpassungsstudie" erarbeitet, erklärt Florian Schmidt. Ziel sei, die gegenseitigen Belange einvernehmlich abzugleichen.

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