Hoffen auf den Kitapreis: Menschenskinder gehören zu den Finalisten

Welche Angebote gibt es für die Kinder? Auch das prüften die Inspektorinnen für den Kitapreis.
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Nein, eine besondere Vorbereitung der Kinder habe im Vorfeld nicht stattgefunden, lacht Eva Messlin. Das wäre bei ihnen auch einigermaßen schwierig gewesen.

Eva Messlin ist die Leiterin der Kita Menschenskinder in der Palisadenstrße 30. Ihre Einrichtung ist derzeit im Gartenhaus untergebracht. Im April, so der aktuelle Stand, soll endlich das Hauptgebäude wieder nutzbar sein. Aber auch diese Unwägbarkeiten hielten die Tagesstätte nicht davon ab, sich um den Deutschen Kitapreis zu bewerben.

Die Kandidatur war am 11. Januar der Anlass für eine gewisse Anspannung. Denn für diesen Tag hatten sich die Inspektoren für den Wettbewerb angesagt. Anhand von vier Kategorien würden dabei die Qualität vor Ort geprüft, erklärte Elena Läßle von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), die den Kitapreis organisiert. Dazu gehörten die Kindorientierung, Partizipation, Sozialraumorientierung sowie die Kultur als lebende Organisation.

In allen vier Bereichen scheinen die Menschenskinder bereits bei der Vorauswahl einigermaßen überzeugt zu haben. Denn insgesamt sind für das Kindertagesstätten-Championat bundesweit rund 1400 Bewerbungen eingegangen. Sie wurden zunächst auf 30, dann auf jetzt noch zehn Finalisten reduziert. Die Palisadenstraße 30 blieb immer mit dabei. Unabhängig wie die Titelvergabe am Ende ausgeht, bedeutet das bereits einen großen Erfolg.

Der war anscheinend der schon ansprechenden schriftlichen Präsentation zu verdanken, wie die Inspektorinnen durchblicken ließen. Auch warum sich die Kita überhaupt zum Mitmachen entschloss, spielte vielleicht eine Rolle. Der Anstoß, erzählt Eva Messlin, sei nämlich von Eltern ausgegangen. "Eine Mutter meinte, wenn nicht ihr, wer dann." Aussagen, die zumindest ein ganz gutes Verhältnis zwischen Erziehungsberechtigten und Erzieherinnen nahe legen. Pluspunkt für Partizipation.

Bei der Sozialraumorientierung wurden Aktivitäten mit und für die Anwohner herausgestellt, etwa im Familienzentrum oder im Nachbarschaftsgarten. Und was die lebende Organisation betrifft, wird mehr noch als auf Quantität auf Qualität verwiesen. Natürlich wäre nichts gegen weiteres Personal einzuwenden, aber es müsse auch passen. Wichtig sei das Verhältnis untereinander und die Teamarbeit. Das alles zum Wohl der Kinder, sagt Messlin. Was die Inspekteurinnen dann auch alles genau prüften. Wie zum Beispiel der Alltag der Kleinen ausseht und wie sie sich dort bewegen. Gerade weil man diese Altersgruppe auf so einen Besuch kaum vorbereiten könne, sei ein einigermaßen authentischer Eindruck möglich. Der sollte sich aber auch aus Gesprächen mit Eva Messlin und ihren Kolleginnen, Elternvertretern und dem Träger Menschenskinder ergeben.

Was dabei herauskam, wurde selbstverständlich nicht verraten. Wer gewonnen hat, wird erst bei der Preisverleihung bekannt gegeben, die im April in Berlin stattfindet. Der erste Platz ist mit 25 000 Euro dotiert. Dazu gibt es vier zweite Sieger, die jeweils 10 000 Euro bekommen.

Neben den Juroren haben aber auch die Fans einer Kita die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen. Ab März werden alle zehn Endrundenkandidaten auf der Website www.eltern.de vorgestellt, und es kann für sie gevotet werden. Das Ergebnis wird wie eine weitere Stimme im Auswahlgremium gewertet.

Autor:

Thomas Frey aus Friedrichshain

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