Sommer, Sonne, Sauwetter: Berlinerin hilft Sommergegnern!

(Symbolbild!) Willkommen im "Club der Sommerhasser": Auch viele junge Leute sind in der Facebook-Gruppe "Sommerhasser Spezial".
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  • (Symbolbild!) Willkommen im "Club der Sommerhasser": Auch viele junge Leute sind in der Facebook-Gruppe "Sommerhasser Spezial".
  • Foto: Franziska Maxi Müller
  • hochgeladen von Marcel Adler

BERLIN - Vor über zwei Jahren gründete Claudi auf Facebook die Sommerhasser-Gruppe. Eine ernst gemeinte Seite! Die Berlinerin hilft bisher rund 200 Menschen, halbwegs erträglich durch die Affenhitze zu kommen. Wer in der Community weilt, erkennt schnell: Es wird Zeit, dass der Winter kommt!

"Diese Gruppe ist kein Platz für User, die andere Menschen, die den Sommer mögen, hassen." Das ist Claudi ganz wichtig zu sagen. "Es geht in meiner Gruppe in erster Linie um gemeinsames unterstützen gegen die Hitze." Bei den Sommerhassern bauen sich Menschen auf, für die es draußen bei hohen Temperaturen unerträglich wird.

Die Schuld der Medien am Sommerwahn

Es mag auf den ersten Blick so klingen, als wenn sich da eine Truppe von Spinnern zusammen getan hat, die den ganzen heißen Tag nix Besseres zu tun haben. Aber es fehlt diesen Menschen, die den Sommer nicht ertragen, tatsächlich an Treffpunkten für Gleichgesinnte. Daran sind wir Medien ebenso Schuld. Macht man das Radio an - egal welcher Sender: Alle versprühen gute Laune, weil es so schön draußen ist. Der Wetterbericht im TV verkündet unmissverständlich: "Alle freuen sich auf den Sommeranfang". Die dritten Programme der ARD verwenden die Gebühren fast täglich für Berichte aus dem Park von glücklichen Menschen. 30 Grad - jetzt hat man sich gefälligst hysterisch auf den Sommer zu freuen. Seit Jahren geht das so.

Kopfschmerzen und Rasen mähen - es nervt!

Das bestätigt auch Uwe: "Das Schlimmste am Sommer ist nicht einmal die Hitze, sondern die Medien und ihre Berichterstattung darüber." In der Community von Claudi aus Berlin schreiben die Leute, was ihnen auf der Seele brennt. "Ich vertrage die Sonne nicht besonders (Kopfschmerzen) und die Hitze verursacht Kreislaufprobleme", gesteht Ines. Es geht in der Gruppe nicht um Hasskommentare, sondern der anderen Seite des Sommers. Teilweise sind es ganz pragmatische Dinge, die da stören. "Da wird den ganzen Tag Rasen gemäht oder Musik ausgedreht", merkt Frank an. "Man hat im Winter einfach Ruhe."

Wenn Sommer ist, kommen die Depressionen

Sabrina spricht das an, was sich einige Menschen im Büro oder vor Freunden nicht trauen zu sagen. "Für mich geht von Mai bis September Lebensqualität verloren, da ich mich Zuhause einschließen muss. Dann bekomme ich auch oft Depressionen oder bin leichter gereizt." Hier versucht die Gruppe etwas aufzuheitern: Man postet Winterbilder, erzählt von seinen Erlebnissen des Tages oder wie man es schafft, dem Sommertief zu entfliehen. Eine kleine Lebenshilfe sozusagen.

Im Sommer wird's schlimm auf der Straße

Jeder darf frei seine Meinung äußern. Manche holen mehr aus. Marco nimmt kein Blatt vor dem Mund und macht eine klare Ansage: "Sommernächte sind Nächte, bei denen man maximal 1-2 Stunden schläft bevor man wieder aufwacht, weil man ölt wie ein Schwein im Bett." Auch was auf den Straßen abgeht, regt ihn auf: "Die Menschen vergessen alle Regeln der StVO. War es schon rot? Was war nochmal 'ne Rettungsgasse?"

Die schönste Zeit des Jahres ist nicht Sommer

Mich persönlich begeisterte die Gruppe. Es ist kein Ort von platten Krawallmachern, sondern eine Seite, die ein wenig den Kopf abkühlt, wenn man bei der Hitze da draußen die Nerven verliert. Die kleinen Träumereien vom Winter überzeugten mich, dass die schönste Zeit des Jahres nicht der Sommer ist. Durchhalten, der nächste Winter kommt bestimmt. Dienstag werden wir in Berlin erstmals Temperaturen bis 34 Grad ertragen müssen - oder sie heiß erwarten.

Facebook-User, die den Sommer nicht mögen, finden die Gruppe HIER.

Hinweis: In dem Beitrag werden Depressionen angesprochen. Soziale Medien ersetzen auf keinen Fall eine fachgerechte Beratung. Wenn Sie an Depressionen leiden, finden Sie erste Hilfe zum Beispiel auch bei der Telefonseelsorge Berlin rund um die Uhr und anonym unter Telefon 0800 111 0 111.

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