Informationsverlust
Wildes Plakatieren, schau nicht hin lieber Litfaß !

Ein Stadtmöbel Marke Litfaß  1854-2019
Torstraße Mite
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  • Ein Stadtmöbel Marke Litfaß 1854-2019
    Torstraße Mite
  • Foto: ralf rohrlach
  • hochgeladen von Ralf Rohrlach

Überall geklebte Zettel, das war für Ernst Theodor Amandus Litfaß (1816-1874) der Aufreger und er erfand die berühmte dicke Säule, zum Bekleben, die nach ihm benannte Lifaßsäule. Fortan nicht mehr wegzudenken. Nun verschwindet sie langsam aus dem Stadtbild, mit fadenscheiniger Begründung.  1854 stemmte sich das erste Exemplar gegen wildes Plakatieren.  1855 waren es schon über hundert, zur großen Freude der Berliner.  Wußten diese und die Gäste Berlins nun besser was Sache ist, in ihrer Stadt. Die Säulen gehörten zu Berlin, hunderte kamen dazu, manche mit elektro-oder telefontechnischen Inhalt, doppelter Nutzen.  In Not-und Krisenzeiten standen sie unerschütterlich und halfen Menschen sich zu orientieren.  Litfaß wurde vermögend und sogar zum Ritter geschlagen.  Sein Kapital verwendet er unter anderem auch für wohltätige Zwecke.  Noch weit nach seinem Tod gab es immer wieder Neuaufstellungen.  Manche nicht so stabil, sagen heute jene die das große Abrissprogramm beschlossen haben, oft zu gunsten großflächiger Werbung, die immer gleich!
Das wirklich Informative verliert!  Irgendwann oder bald sind sie weg, die alten Säulen.  E. T. A. Litfaß, in seinem Grab auf dem Dorothenstädtischen Friedhof, wird hoffentlich nicht aufwachen und sehen müssen,  das sein Lebenswerk gegen das wilde Gezettel und Geklebe radikal abgebaut wird!  Er wollte ordnen.
165 Jahre war es gut so, nun verschwindet Berlin-Typisches, die bunte kleine Welt, abgeschafft und ausgetauscht gegen Werbeflächen mit denen die Stadt längst übersättigt ist.  Buntes bis in die Briefkästen!  Bitte keine Werbung! 
Illegale Alternativen für Konzert und Kunst sind inzwischen schnell umwickelte und beleimte Masten und Kästen, in unansehnlichen Schichten,  wie ein Baumkuchen.  Wenn die Kruste platzt wirds Müll. 
Stadtentwicklung ist das alles nicht und die Trauer um eine Idee ist groß, wie aktuell annociert!  (s.Fotos)  Bleibe bitte bloß in Deinem Grab, lieber  Meister Litfaß,  Du verstehst die Welt nicht mehr ! 

Ralf Rohrlach

Autor:

Ralf Rohrlach aus Friedrichshain

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