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Testfall Frankfurter Allee: Eine Fahrspur soll zur Radspur werden

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Die vielen Radler auf der Frankfurter Allee sollen in eine Fahrtrichtung eine etwa 900 Meter lange eigene Spur bekommen.
Die vielen Radler auf der Frankfurter Allee sollen in eine Fahrtrichtung eine etwa 900 Meter lange eigene Spur bekommen. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain. Für Autofahrer gibt es ab Sommer in der Frankfurter Allee weniger Platz. Zumindest auf einem Teilstück.

Zwischen Niederbarnimstraße und Bahnhof Frankfurter Allee soll eine der drei Fahrspuren stadtauswärts zur Radspur werden. Das beabsichtigt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Bekannt wurde das Vorhaben durch Aussagen von Verkehrsstaatssekretär Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Grüne).

Ganz neu ist die Idee nicht.Bereits im vergangenen Sommer wurde bekannt, dass solche Pläne für die Allee diskutiert werden. Der neue Senat scheint sie jetzt aufzunehmen, was zu seiner angekündigten Mobilitätswende passt. Details seien „gerade in der Erarbeitung“, erklärt Matthias Tang, Sprecher der Umwelt- und Verkehrsverwaltung auf Nachfragen der Berliner Woche.

Bei dem Vorhaben soll es sich um einen Modellversuch handeln. Der Umbau zur Fahrradspur ist anscheinend ab dem Sommer vorgesehen. Welche Veränderungen dabei auf dem knapp eine Kilometer langen Straßenland vorgenommen werden und was das kostet, dazu macht Tang keine Angaben. „Wir werden die genaue Planung vorstellen, wenn diese vorliegt. Das wird nicht mehr allzu lange dauern.“

Dass die Frankfurter Allee als Testgebiet für mehr Rad- zu Lasten des Autoverkehrs ausgewählt wurde, ist aus Sicht der Anhänger dieser Strategie aus mehreren Gründen naheliegend. Die Magistrale ist stark von Fahrzeugen belastet und die dortige Messstelle weist an vielen Tagen im Jahr eine höhere als erlaubte Feinstaubbelastung aus. Gleichzeitig wird sie sehr stark von Radfahrern genutzt. Mehr Raum für die Pedaltreter ist nicht nur dort eine schon lange erhobene Forderung des Bezirks. Insgesamt geht es darum, dem weiter zunehmenden Radverkehr gerecht zu werden und weitere Autofahrer zum Umsteigen auf den Sattel oder den öffentlichen Nahverkehr zu bewegen.

Kritik gibt es ebenfalls, etwa von der CDU, die einen "Kulturkampf gegen Autofahrer" im Gange sieht. Andere Stimmen weisen darauf hin, dass es der Umwelt eher weniger dient, wenn der motorisierte Verkehr durch den teilweisen Wegfall einer Fahrspur noch häufiger im Stau steht.

Ob das der Fall ist und welche Auswirkungen die Umverteilung des öffentlichen Straßenlandes sonst noch bringt, soll, wie es heißt, ergebnisoffen durch den Modellversuch geklärt werden. tf

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