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Minimalinvasiver Eingriff: Ungewöhnliche Kanal-Reparatur

Der Gleitschienenverbau hielt den engen Zwischenraum für den Bagger offen.
Der Gleitschienenverbau hielt den engen Zwischenraum für den Bagger offen. (Foto: Berliner Wasserbetriebe)

Gute Nachricht für Anwohner der Hattenheimer Straße: Die seit einem Schaden an einem Schmutzwasserkanal gesperrte Straße wird bald wieder befahrbar sein.

Die Sandschicht, die mittlerweile die Baustelle der Berliner Wasserbetriebe bedeckt, lässt schon nicht mehr ahnen, dass hier Besonderes geschah. Im November waren Pflastersteine neben einem Gully weggesackt. Die Ursache: In mehr als zehn Metern Tiefe hatte eine Baubohle einen Schmutzwasserkanal beschädigt.

Die Berliner Wasserbetriebe vermuten, dass der Fehler schon 1952 angelegt worden war. In diesem Jahr wurde der Schmutzwasserkanal angelegt. Die Bohle könnte Teil einer Grubenverschalung sein, die bei den Bauarbeiten vor 65 Jahren vergessen wurde, vermutet man bei den Berliner Wasserbetrieben.

Die Havarie bescherte Frohnau die laut Wasserbetrieben „aktuell tieftste Baustelle Berlins“. Um die schmale Straße mit ihren vielen Bäumen zu schonen, entschieden sich die Berliner Wasserbetriebe für eine Technik, die in dieser Dimension noch nicht eingesetzt worden war: Den Gleitschienenverbau. Dabei setzt ein Kran Stahlträger in den Boden. Die Zwischenräume werden dann von einem Bagger „trocken geschachtet“.

Der gleichsam minimalinvasive Eingriff in solche Tiefe war laut Stephan Natz, Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, nur deshalb möglich, weil an der Stelle kein Grundwasser anstand – in dieser Tiefe in Berlin eher ungewöhnlich. Die Kosten für die Reparatur sind bisher mit rund 250.000 Euro kalkuliert.

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