Schwof und Rummel im Kiez
Geschichtscafe „Anno erzählt” über das Vergnügen im Brunnenviertel

Mit Stereoskop ein Blick zurück auf alte Vergnügungen.
  • Mit Stereoskop ein Blick zurück auf alte Vergnügungen.
  • Foto: Andrei Schnell
  • hochgeladen von Dirk Jericho
Corona- Unternehmens-Ticker

"Vergnügen im alten Arbeiterbezirk. Unterhaltung, Ausgehen und Zeitvertreib im alten Wedding“ lautet der Titel des nächsten Geschichtscafés im Brunnenviertel am 14. Juni.

Im siebten Geschichtscafé „Anno erzählt“ dreht sich alles um das Vergnügen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Im ehemaligen Arbeiterbezirk gab es Schwof, Rummel oder das Handtuchkino.

Am 14. Juni startet um 18 Uhr ein halbstündiger Spaziergang am U-Bahnhof Bernauer Straße. Anschließend wird im Café Freysinn in der Jasmunder Straße 5 ein kurzer Lichtbildvortrag gezeigt, bevor die Teilnehmer sich selbst bei einem Quiz und mit alten Gesellschaftsspielen ins Vergnügen stürzen können. Passend zu den vergangenen Zeiten wird in Originalart Berliner Weiße ausgeschenkt. Eine Runde geht als Freibier aufs Haus. Zu essen wird es Schmalzstullen geben.

Das Brunnenviertel, dem sich das Geschichtscafé stets widmet, war keine Hochburg der Unterhaltung. Wie auch heute konzentrierte sich der Trubel am Rosenthaler Platz oder am Bahnhof Gesundbrunnen. So gab es drei große Lichtspielhäuser an der Badstraße, die den schmalen Kinos gleich hinterm Kneipentresen mächtig Konkurrenz machten. Wobei es statt Kneipe damals Destille hieß. Für den Zirkus wurden prächtige Paläste gebaut, zum Tanzen gab es Festsäle, an der Müllerstraße lockte zum Beispiel Onkel Pelles Rummelplatz. Was heute die Virtual-Reality-Brille ist, das war damals das Stereoskop. Die Gäste des Erzählcafés können ein solches Gerät ausprobieren.

Die Geschichtswerkstatt „Anno erzählt” wird vom Quartiersmanagement Brunnenviertel-Brunnenstraße finanziert. Der Eintritt ist frei. Mit der Geschichtswerkstatt soll auch ein öffentliches Archiv mit Bildmaterial und Dokumenten über das Brunnenviertel aufgebaut werden. Noch in diesem Jahr sollen an öffentlichen Orten im Brunnenviertel Infozeichen mit QR-Codes angebracht werden, wie Projektleiter Andrei Schnell sagt. Per Smartphone kommt man auf eine Internetseite mit Ton- und Videoaufnahmen. Die Geschichtswerkstatt wird für den Brunnenviertel e.V. von Sulamith Sallmann und Andrei Schnell organisiert. Alle Infos unter www.annoerzaehlt.com.

Autor:

Dirk Jericho aus Mitte

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