Diese Kunst kommt in die Tüte
Traditionelle Nikolaus-Verkaufsausstellung in den Gerichtshöfen

Künstler der Gerichtshöfe bieten Kunst in Tüten.
  • Künstler der Gerichtshöfe bieten Kunst in Tüten.
  • Foto: Kunst in den Gerichtshöfen e.V.
  • hochgeladen von Dirk Jericho

Am 6. Dezember werden die Künstler in den Gerichtshöfen wieder zu Nikoläusen und öffnen ihre Ateliers. In transparenten Tüten gibt es Kunstwerke für maximal 100 Euro.

Wenn Bilder in kleinen Türen an der Wand hängen, weiß jeder: Heute ist Nikolaus. Denn die jährliche Nikolaus-Verkaufsausstellung mit dem sonderbaren Namen Mokuzumimi organisieren die Künstler in den Gerichtshöfen bereits seit 2004. Das Kürzel steht für „Moderne Kunst zum Mitnehmen“.

Zur diesjährigen Nikolaus-Verkaufsausstellung „tapezieren“ etwa 20 Künstler die Wände einer Atelieretage in der Gerichtstraße 12/13 (Aufgang 8, 3. OG) mit kleinen Unikaten. Die Bilder kommen in transparente Plastiktüten. Von 18 bis 22 Uhr können Besucher die Kunstwerke zu weihnachtlich spendablen Preisen von maximal 100 Euro kaufen. Im Angebot sind Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, Objekte und Schmuck. Wer verkauft, darf eine Tüte nachhängen, so ist fast den ganzen Abend für ein gleichbleibend großes Angebot gesorgt. Für die Besucher gibt es Glühwein und Knabbereien. Gegen 20 Uhr schaut der Nikolaus vorbei. Für Stimmung sorgt die ein oder andere spontane Musikeinlage. Der Eintritt ist frei.

Seit 1983 arbeiten etwa 70 verschiedene Künstler in den denkmalgeschützten Gerichtshöfen. Die sechs Gewerbehöfe zwischen Gericht- und Wiesenstraße (Baujahr 1912) sind eines der größten Kunstquartiere Deutschlands. Seit 2004 sind viele der Künstler im Verein Kunst in den Gerichtshöfen organisiert und öffnen regelmäßig ihre Ateliers, zum Beispiel zum Kunstevent „Nacht & Tag in den Gerichtshöfen“.

Die kommunale Gesobau als Eigentümerin der Anlage möchte die Gerichtshöfe sanieren und zu einem Wohnort für Studenten machen. Die Berliner Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Handwerk sei stark gefährdet, sagen die Künstler.

Nach Protesten der Künstler und Gewerbetreibenden hatte die Bezirksverordnetenversammlung Mitte den Erhalt der Gerichtshöfe mit ihrer Mischnutzung gefordert. Die Gesobau stoppte daraufhin ihre Planungen und verschob die ab 2018 vorgesehenen Baumaßnahmen vorerst um zwei Jahre. Aktuell läuft ein Mediationsverfahren, um eine einvernehmliche Lösung im Konsens mit allen Beteiligten zu finden.

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