"Berlin, Berlin" feierte vor 30 Jahren den Mauerfall
Gold für die Hymne aus der Gropiusstadt

Zwischen fünf und 45 Jahren sind die Gropiuslerchen.
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„Berlin, Berlin, dein Herz kennt keine Mauern“: Vor 30 Jahren, als die innerdeutsche Grenze fiel, war der Song in aller Munde. Das wird am Mittwoch, 6. November, in der Dreieinigkeitskirche, Lipschitzallee 7, gefeiert – mit einem Benefizkonzert und einer goldenen Schallplatte für die Gropiuslerchen.

Auf die Beine gestellt hat das Ganze Thomas de Vachroi, Armutsbeauftragter des Diakoniewerks Simeon und Leiter des Hauses Britz. Seine Grundidee war, bei einer Veranstaltung Geld für die Tee- und Wärmestube an der Weisestraße zu sammeln, eine wichtige Anlaufstelle für Obdachlose. Doch dann kam die Sache so richtig in Schwung. Denn er kennt Ralph Kartelmeyer, den Kurator der „Hall of Fame“, einer einzigartigen Sammlung goldener Schallplatten. Teile davon sind im Sennheiser Store am Tauentzien und in der Kleinen Philharmonie an der Schaperstraße zu sehen.

Kartelmeyer besitzt auch die Lizenz, goldene Schallplatten zu vergeben. Nun hat er die LP „Berlin, Berlin“ an American Records geschickt. Dort wird sie vergoldet, zertifiziert und mit der „Hall of Fame“-Plakette versehen, die für Echtheit bürgt. Eine Auszeichnung, die sich in diesem Fall nicht an Verkaufszahlen misst, sondern an der geschichtlichen Bedeutung des Songs.

„Die Gropiuslerchen wissen inoffiziell schon Bescheid und freuen sich sehr“, sagt de Vachroi. Mehrere tausend Euro ist der mit 24-krätigem Gold überzogene Tonträger wert, ganz zu schweigen von der Ehre. Und wer mag, kann das gute Stück sogar abspielen.

Berlinsong im Radio

Übrigens kam die berühmte Platte aus der Gropiusstadt schon vor dem Mauerfall auf den Markt. Eine Gruppe Kreuzberger Musiker wollte anlässlich der 750-Jahr-Feier 1987 einen Berlinsong komponieren. Darauf sollten Originaltöne von Politikern zu hören sein: von John F. Kennedy, Willy Brandt, Walter Ulbricht und Ernst Reuter. Für den Refrain fehlten allerdings noch die richtigen Stimmen. So kam Bernhard Jahn, Leiter der Gropiuslerchen, ins Spiel. Schließlich wurde das Stück mit acht Mädchen und jungen Frauen des Chors aufgenommen.

Zwar wurde der Song nach ersten Anlaufschwierigkeiten oft im Radio und in Discos gespielt, dennoch schaffte er es nicht in die Charts. Das änderte sich mit der neuen Version „Berlin, Berlin (Die Mauer ist weg)“. Nun waren neben dem Gesang der Gropiuslerchen unter anderem die Stimmen von Hans-Dietrich Genscher, Walter Momper und Ost-Berliner Demonstranten zu hören. Berlin hatte seine eigene Wende-Hymne, daran änderten weder die Scorpions mit ihrem "Wind of Change" noch David Hasselhoff mit "Looking for Freedom" etwas.

Sprung in die Hitparade

Im Dezember 1989 gelang den Gropiuslerchen der Sprung in die deutsche Hitparade, wo sich der Titel neun Wochen lang hielt. Daran erinnert ein Filmclip, der bei der Veranstaltung in der Dreieinigkeitskirche gezeigt wird. Danach singen die Gropies, das sind die Jüngsten der rund 170 Lerchen, die sich damals wie heute regelmäßig im Gemeinschaftshaus zu Proben treffen. Auch die Erwachsenen werden etwas zum Besten geben. Die Ehrung übernimmt der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Neukölln, Christian Nottmeier, gemeinsam mit Ralph Kartelmeyer.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Zwischen fünf und 45 Jahren sind die Gropiuslerchen.
Neben den erwachsenen Gropiuslerchen gibt es auch Kinderchöre.
Autor:

Susanne Schilp aus Neukölln

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