Impfpflicht für Deutschland
Immer noch große Impflücken in Deutschland

Trotz des guten Impfangebotes in Deutschland gibt es ca. 600.000 Menschen die entweder nicht oder nicht ausreichend gegen Infektionskrankheiten geimpft wurden. Besorgniserregend ist vor allem die hohe Anzahl von sieben Prozent der Erstklässler die keinen wirksamen Schutz gegen die Infektionskrankheit Masern erhalten hatte. Statistiken zeigen vor allem, dass Kleinkinder oftmals die erste Masernimpfung erhalten haben, jedoch fehlte den meisten Schulkindern die zweite Auffrischungsimpfung um ausreichend gegen diese Infektionskrankheit geschützt zu sein. Dies hat nun zur Folge dass die Ausrottung der Masernkrankheit schleppender vorangeht als gedacht. Denn erst wenn mindestens 95 Prozent der Kinder einen Impfschutz gegen diese Infektionskrankheit erhalten hat, kann man die Maserninfektion ausrotten. Fehlen also immer noch zwei Prozent um die Masern zu vernichten. Problematisch ist laut Gesundheitsministerin Carola Reimann aber auch der Impfstatus bei Jugendlichen und Erwachsenen. In den vergangen zehn Jahren sind 190.000 Menschen in Deutschland an Impffähigen Infektionskrankheiten gestorben. Und auch hier war es wieder vor einigen Wochen eine Maserninfektion die einem Mann aus Hildesheim das Leben kostete. Um weitere solcher Fälle zu vermeiden will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine allgemeine Impfpflicht ab dem 01.03.2020 einführen. Zum Gesetzentwurf gehören unter anderem der Ausschluss aus Kindergärten und das Einführen von Bußgeldern in Grundschulen von Kindern ohne ausreichenden Masernimpfschutz. Allerdings ist die Bundesregierung da ganz andere Meinung. Sie ist sogar der Ansicht, dass die Impfbereitschaft der Deutschen grundsätzlich hoch ist und sieht von dem Einsetzen einer Impfpflicht in Deutschland ab. Die Bundesregierung will da eher auf andere Präventionsmaßnahmen wie eine bessere Aufklärung setzen. Laut der Bundesregierung soll auch die Flüchtlingswelle in den letzten Jahren maßgeblich an der schlechten Resonanz beteiligt sein, weil diese in ihren Heimatländern häufig nicht geimpft worden waren und keinen ausreichenden Impfschutz hatten. Eine weitere Problematik in der Impfdebatte ist auch das sehr uneinheitliche System zur Erhebung von Impfdaten in Deutschland. Ermittlungen des Impf- und Immunstatus basierten daher auf Teilstichproben und Querschnittsuntersuchungen um eine Einschätzung der Impfsituation zu ermöglichen. Vielleicht wäre eine Einheitliche Erfassung von Impfdaten in Deutschland auch ein Weg zur Verbesserung des Impfstatus in Deutschland. Weitere Gründe für die großen Impflücken in Deutschland waren in den Letzen Jahren die Angst vor Nebenwirkungen, Nichtwissen und Vergesslichkeit. Zudem kommt noch ein geringer Anteil von generellen Impfverweigerern. Welche Maßnahmen und Präventionen sich nun gegen die Impflücken in Deutschland durchsetzen und ob die Wiedereinführung der Impfpflicht wirklich in Deutschland etwas bewegt werden die nächsten Monate zeigen.

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