Investor nimmt Eilantrag auf Ausbau des Kanals zur Marina zurück
Naturschutzverbände klagen

Naturschutzverbände verhindern vorerst den Ausbau des Teufelsseekanals zu einer Luxus-Marina. Die Vernichtung des Biotopverbunds im Randgebiet des „Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiets Spandauer Forst“ war aus Sicht der Naturschützer durch das Großbauprojekt gefährdet. Stadtrat Frank Bewig sieht die neue Situation kritisch.

Noch ist nichts endgültig entschieden, aber die Naturschützer freuen sich bereits, dass „die Chancen nun gut stünden, auch im Hauptverfahren den Ausbau des Kanals zu stoppen“. Vor Ort will die Helma Wohnungsbau GmbH das Großbauprojekt „Havelmarina-Berlin“ umsetzten und plant dabei nicht nur Einfamilienhäuser, sondern auch den Ausbau des Teufelsseekanals, einem Seitenarm der Havel am Rande des FFH-Gebietes Spandauer Forst. Dort seien 49 Bootsliegestellen geplant, meldet der Naturschutzverband NABU Berlin: Eine Einfamilienhausidylle mit direktem Steganschluss sei die Idee.

Ulrike Kielhorn, Naturschutzreferentin des NABU Berlin, kann darüber nur staunen, „dass die Berliner Verwaltung sich vor Jahren darauf eingelassen habe“. Dass die ehemaligen Gewerbeflächen mit Wohnungen bebaut werden, sei dabei nicht das Problem, so Kielhorn: „Dass aber ein Gewässerausbau und die Vernichtung des Biotopverbunds mit dem öffentlichen Interesse, Wohnraum zu schaffen, gekoppelt und damit begründet wurde, ist ein Skandal.“ Sollte nun auch die eigentliche Klage gewonnen werden, bestehe wieder die Möglichkeit, die Ufer des Kanals zu renaturieren. Seine Funktion als Biotopverbund von der Havel zum FFH-Gebiet könnte dann wieder hergestellt werden, so Kielhorn.

" Es findet bereits viel Umweltentlastung statt"

Stadtrat Frank Bewig sieht die Entwicklungen dagegen kritisch: „Bei allem aufrichtigen Verständnis für die Belange des Umwelt- und Naturschutzes wird verkannt, dass es sich bei der Fläche um einen ehemaligen Kraftwerkstandort handelt, also um eine Fläche, die seinerzeit hochintensiv gewerblich-industriell genutzt wurde.“ Die vorhandene Wasserfläche habe zuvor als Liegefläche für die Kohleschiffe gedient. „Durch die geplante Wohnsiedlung ist ein Vielfaches an Umweltentlastung rechtsverbindlich geplant und wird auch schon umgesetzt – bedenkt man allein die Altlastensituation“, so Bewig.

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