Großrazzia im Bordell: 900 Beamte durchsuchen das „Artemis“

Halensee. Am frühen Abend des 13. Aprils hat es eine Razzia im „Artemis“ gegeben, dem größten Bordell Berlins an der Halenseestraße 32. Nun prüft das Bezirksamt eine Schließung des Hauses.

Insgesamt seien rund 900 Beamte von Polizei, Zollamt, Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft im Einsatz gewesen, teilt die Polizei mit. Sechzehn Durchsuchungsbeschlüsse und sechs Haftbefehle gegen Verantwortliche der Bordellgesellschaft „Artemis“ seien vollstreckt worden. Außerdem wurden rund 6,4 Millionen Euro beschlagnahmt.

Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Menschenhandel – so lauten die Vorwürfe gegen die Betreiber des FKK- und Saunaclubs. Ihnen wird vorgeworfen, die Behörden über die Arbeitsbedingungen der Prostituierten getäuscht und eine selbstständige Tätigkeit der Frauen vorgespiegelt zu haben, um Beiträge zur Sozialversicherung zu sparen.

Tatsächlich habe aber ein festes Regelwerk die Arbeitsabläufe und das Leben der Prostituierten im Artemis geregelt, so dass für sie Beiträge hätten abgeführt werden müssen. Seit Eröffnung des Bordells 2006 soll den Versicherungsträgern ein Schaden in Höhe von rund 17,5 Millionen Euro entstanden sein.

Seit der Razzia sitzen die beiden Betreiber in Untersuchungshaft. Das Artemis ist aber weiterhin geöffnet. Das bezirkliche Gewerbeamt unternimmt nun Anstrengungen, dem Großbordell die Konzession zu entziehen. sus

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