Wasserbetriebe versprechen Prüfung
Protest gegen Gerüche

Nicht weit von der Fäkalieneinleitstelle entfernt beginnt die Wohnbebauung.
  • Nicht weit von der Fäkalieneinleitstelle entfernt beginnt die Wohnbebauung.
  • Foto: Felix Schönebeck
  • hochgeladen von Christian Schindler

Die Mitglieder des Bauausschusses der Bezirksverordnetenversammlung haben am 7. Mai einstimmig die Berliner Wasserbetreibe aufgefordert, die Lärm- und Geruchsbelästigung durch eine Fäkalien-Einleitstelle an der Heiligenseestraße 59 vollständig abzustellen.

Die Berliner Wasserbetreibe betreiben seit dem 8. April auf dem in einem Wohngebiet befindlichen Pumpwerk Heiligensee eine neue Einleitstelle für Fäkalabwasserentsorgung aus Sammelgruben von Grundbesitzern und Kleingärtnern aus Reinickendorf und Spandau. Für die Anwohner und die benachbarte Wohneinrichtung des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes sowie die Kita am Südfeld bedeutet dies, dass auf dem bisher ruhigen und emissionsfreien Gelände in der Zeit von 7 bis 15 Uhr werktags durchschnittlich alle 15 Minuten ein so genanntes Saug- und Druck-Fahrzeug Fäkalien in die Kanalisation einleitet.

Fahrzeuge fahren doch
durchs Wohngebiet

Der Einleitpunkt ist nur knapp 30 Meter von den Grundstücken der betroffenen Familien entfernt, die sich hilfesuchend an den CDU-Bezirksverordneten Felix Schönebeck wandten. Er konnte mittlerweile erste Erfolge verbuchen: „Es wurde stets versichert, dass es durch den Betrieb nicht zu einer Lärm- und Geruchsbelästigung kommen würde. Es wurde zugesagt, dass die großen Fahrzeuge nicht durch das Wohngebiet an- und abfahren. Genau das Gegenteil ist Realität geworden. Dieser unzumutbare Zustand ist eine Belastung für die Menschen und wir werden alles tun um ihn zu beenden“, verspricht Schönebeck.

20 Anwohner
bei Vor-Ort-Termin dabei

Die Zusage, dass es durch die Einleitstelle nicht zu Belästigungen der Anwohner kommen solle, hatte der Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe, Jörg Simon, schon im vergangenen Jahr den Abgeordneten Stephan Schmidt (CDU) und Jörg Stroedter (SPD) gegeben. Schönebeck hatte mit den Wasserbetrieben am Morgen des Tages der Bauausschusssitzung am 7. Mai eine Vor-Ort-Begehung mit betroffenen Anwohnern auf dem Gelände des Pumpwerks verabredet. Mehr als zwanzig Anwohner folgten der Einladung. Bei dem rund einstündigen Termin konnten sich auch die Vertreter der Wasserbetriebe von der enormen Geruchsbelästigung überzeugen. Anwohner kritisierten auch, dass die Lastwagen anders als von den Wasserbetrieben zugesagt auch durch Wohnstraßen wie die Reiherallee fahren. Nach Ansicht von Schönebeck haben die Anwohner einen Rechtsanspruch auf „wirksame nachbarschützende Maßnahmen“.

Es wird bis Ende Mai geprüft

Der SPD-Bürgerdeputierte Sascha Rudloff verwies zudem darauf, dass insbesondere die Geruchsbelästigung sich nicht auf die Zeit von montags bis freitags von 7 bis 15 beschränke. Diese dauere durch freiliegende Rohre und Abflusswannen darüber hinaus an.

Anja Hoffmann von den Berliner Wasserbetrieben sagte in der Ausschusssitzung zu, dass man am Standort strenge Kontrollen und eine erneute Prüfung vornehmen wird. Ein Ergebnis dieser Prüfung soll bis Ende Mai mitgeteilt werden.

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