Fachkräftemangel
Bedarf an Fachkräften in Berlin und Umgebung wächst

Im Hinblick auf das regionale Wirtschaftswachstum boomt Berlin nach wie vor und übertrumpft damit sogar viele andere Städte. Doch für die deutsche Hauptstadt ergeben sich damit auch Probleme, denn der Fachkräftemangel steigt stetig an. Für die Konjunkturentwicklung ist höchst alarmierend, dass der Stadt langsam aber sicher die Experten und der Nachwuchs ausgehen.

Starkes Wirtschaftswachstum in der Hauptstadt

Deutschland darf sich derzeit über ein dauerhaft wachsendes Wirtschaftswachstum freuen und immer mehr Menschen strömen dabei in Richtung Berlin. Die Hauptstadt verzeichnet einen Tourismus-Boom und ist zeitgleich der Hauptstandort für nationale und internationale Start-up-Unternehmen. Die Berliner Wirtschaft brummt, was insbesondere mit der hervorragenden Infrastruktur, der hohen Lebensqualität und den zahlreichen Fördermöglichkeiten für junge und bereits ansässige Unternehmen zu tun haben dürfte. Doch mit dieser rasanten Geschwindigkeit des Aufschwungs und der dazugehörigen Begleiterscheinungen kommt man kaum noch mit: Das Bauland wird immer knapper und auch der Nahverkehr platzt förmlich aus allen Nähten. Schulklassen und Kitagruppen sind bis auf den letzten Platz besetzt. Nicht nur, dass Berlin einen immer größer werdenden Zuzug verzeichnen darf, sondern auch auf natürlichem Wege wächst die Stadt, denn jährlich werden deutlich mehr Menschen geboren, als dass Menschen sterben.

Zahlreiche Fachkräfte fehlen

Laut jüngsten Aussagen der IHK Berlin treibt Fachkräftemangel die Wirtschaft immer noch um. Derzeit kann in Berlin jede zehnte qualifizierte Stelle nicht besetzt werden, da die Spezialisten schlicht und ergreifend fehlen. Die Kammer beziffert allein bei Facharbeitern den offenen Bedarf auf rund 121.000 Menschen. Diese Zahlen seien "beängstigend", denn leider ist derzeit die Chance auf Verbesserung sehr gering. Es fehlt der Nachwuchs an qualifizierten Kräften, sodass die Lücken in Zukunft kaum geschlossen werden können. Die Unternehmen verzeichnen seit den vergangenen 15 Jahren einen stetigen Rückgang der Bewerbungen und es wird für die Firmen zunehmend schwieriger gute Auszubildende zu finden.

Besonders betroffen: Das Baugewerbe

Das aktuelle Ergebnis einer Umfrage zur Lage auf dem Ausbildungsmarkt in Berlin ergab, dass besonders das Baugewerbe und Handwerk unter den rückläufigen Bewerbungen zu leiden hat. Zwar sind in dieser Branche knapp 15.000 Lehrstellen verfügbar, doch nach Aussage der Unternehmen konnten insgesamt lediglich 59,7 Prozent der Berliner Betriebe alle ausgeschriebenen Ausbildungsplätze besetzen. Ähnlich alarmierend sind die Zahlen im Gastgewerbe (59 Prozent) und im Handel (53 Prozent). Allenfalls in der Versicherungs- und Bankenbranche sieht die Lage mit einer Rate von unter 17 Prozent besser aus.

Doch nicht in jedem Fall hingen diese Tatsachen damit zusammen, dass es zu wenige Bewerber gab. Viele Ausbildungssuchende hätten sich auch einfach als ungeeignet erwiesen. Nicht selten haben Schulabgänger unklare Vorstellungen von ihrem zukünftigen Beruf und vor allem eine unzureichende Ausbildungsreife der Bewerber wurde von vielen Unternehmen beklagt. Die Bewerber sind nicht belastbar genug, es mangelt an Disziplin, Motivation und Leistungsbereitschaft. Bei der IHK spricht man deshalb davon, dass die schlechte Berliner Schulqualität zunehmend zu einem Standortnachteil wird.

Wer kann, lockt mit attraktiven Gehältern

Im besten Fall kann sich ein Unternehmen bei mangelnden oder unzureichenden Bewerberqualitäten selbst helfen. Immer mehr Firmen bieten interne Weiterbildungskurse an und unterstützen zunehmend während der Ausbildung. Viele Unternehmen sind außerdem bereit, auch lernschwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben. Besonders wichtig ist aber für viele Firmen individuelle Potenziale in Unternehmen zu fördern – und zwar bei langjährigen Mitarbeitern und oft auch durch externe Unterstützung. Allerdings gaben auch einige kleine und mittelständische Firmen an, dass man sich solche Maßnahmen einfach nicht leisten könne. Besonders große Konzerne locken den Nachwuchs darüber hinaus mit attraktiven und höheren Löhnen und erhoffen sich so, neue Spezialisten ausbilden zu können.

Fazit

Durch den zunehmenden Fachkräftemangel in der deutschen Hauptstadt wird aktuell das Wirtschaftswachstum eingedämmt. Berliner Unternehmen fällt es immer schwerer, motivierte und passende Nachwuchskräfte zu finden. Viele Konzerne sind daher auch bereit, eher unqualifizierte Jugendliche zu fördern. Um die interne Mitarbeiterlücke zu schließen, werden teils teure Weiterbildungs- und Nachhilfekurse angeboten, um die Azubis während der Lehrjahre aktiv zu unterstützen. Wer es sich leisten kann, lockt zudem mit hohen Gehältern.

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