Berliner Verkehrsbetriebe erneuern jetzt Gleise und Wege in der Treskowallee
Die ewige Baustelle

Die Unterführung am S-Bahnhof wird völlig neu gestaltet - dort sind künftig die Tram-Haltestellen.
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Die Verkehrssituation in Karlshorst verlangt Anwohnern und Durchreisenden seit geraumer Zeit einiges an Geduld ab. Mindestens zwei weitere Jahre bleibt die Treskowallee noch eine Großbaustelle, wie bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) im Kulturhaus zu erfahren war. Avisiertes Bauende ist der Sommer 2021.

Schon 20 Minuten vor Beginn war im Saal kaum noch ein Platz frei, wer später kam, musste stehen. Gut 200 Leute fanden am 29. Januar den Weg ins Kulturhaus Karlshorst – die BVG und der örtliche Bürgerverein hatten zum Info-Abend über die nächsten Bauabschnitte in der Treskowallee geladen. Das Verkehrsunternehmen hat jetzt in der Karlshorster Magistrale das Zepter übernommen. Zwischen Dorotheastraße und Ehrlichstraße wechselt es nicht nur Tramgleise aus, sondern erneuert auch Fahrbahnen, Gehwege und Haltestellen. Zudem stehen am Traberweg Leitungsarbeiten an.

Eine gute Nachricht verkündete Steffen Fiedler, Abteilungsleiter Tram bei der BVG, gleich zu Beginn: Das vorangegangene Projekt der Berliner Wasserbetriebe (BWB) sei ganz nach Plan verlaufen und bereits weitgehend abgeschlossen. Die BWB hatten Anfang 2018 begonnen, rund um den S-Bahnhof Karlshorst ihr Rohr- und Leitungsnetz zu sanieren, was Straßensperrungen, Baulärm, verlegte Bushaltestellen, den Wegfall von Parkplätzen, verengte Bürgersteige und ähnliche Ärgernisse zur Folge hatte. Auf derlei Gegebenheiten müssen sich die Karlhorster und Durchreisende aber auch in Zukunft einstellen – und es kommt noch eine hinzu: Im Frühsommer fahren für etwa sechs Wochen keine Trams durch die Treskowallee.

Sechs Wochen keine Tram

Der Reihe nach: Zunächst einmal bleibt die Verkehrsführung im Prinzip, wie sie ist. Wegen der Bauarbeiten ist die Hauptverkehrsachse in Abschnitten pro Richtung einspurig. Ab Höhe Dorotheastraße tuckern Autos zurzeit über die östliche Fahrbahnseite, kurz hinter der Bahnbrücke, perspektivisch dann an der Ehrlichstraße, wechseln sie wieder auf die westliche. Bei den Tramlinien samt Haltestellen ändert sich in den kommenden Wochen nichts; Fußgänger müssen von Zeit zu Zeit damit rechnen, über geänderte Furten geleitet zu werden. Erst Ende Mai beginnen die Einschränkungen bei der Straßenbahn. Voraussichtlich vom 20. Mai bis zum 29. Juni erfordern die Gleis- und Straßenbauarbeiten einen Schienenersatzverkehr zwischen Marksburg- und Ehrlichstraße. Läuft alles nach Plan, soll am 1. Juli die westliche Fahrbahnseite im genannten Abschnitt fertiggestellt in Betrieb gehen.

Sehr viel weiter in die Zukunft wollte Steffen Fiedler nicht blicken. „Es hat ja keinen Sinn, über den zwölften oder dreizehnten Bauabschnitt zu reden“, so der BVG-Mann. Er versprach stattdessen, regelmäßig zu Anwohnerinfos zu laden. Die werde es während der gesamten Bauphase mindestens alle sechs Monate geben, immer dann, wenn größere Veränderungen anstünden. „Wir wollen informieren und miteinander ins Gespräch kommen, denn das hilft uns allen.“ Fiedler nannte Ansprechpartner mit Rufnummern und Mailadressen, er ermunterte die Leute auch, sich bei dringenden Fragen oder Problemen direkt an die Verantwortlichen vor Ort zu wenden.

Probleme am Carlsgarten

Dass es eine Menge Gesprächsbedarf seitens der Karlshorster gibt, erfuhren Fiedler und seine Fachkollegen gleich im Anschluss an den Informationsteil. In der Fragerunde ging es um einige Themen, die den Leuten unter den Nägeln brennen. Gleich mehrfach wurde die durch die Bauarbeiten stark eingeschränkte Zufahrtsmöglichkeit zur Siedlung Carlsgarten moniert. „Aktuell komme ich nicht auf legalem Weg mit dem Auto nach Hause“, beschwerte sich ein Gast. Lösungsvorschläge hatte Fiedler nicht parat. Auch das Sanierungsprojekt der Deutschen Bahn auf dem S-Bahnhof – wo seit Wochen Stillstand herrscht und das Dach fehlt – kam zur Sprache. Leider sei die Bahn einer Einladung zur Info-Veranstaltung nicht gefolgt, bedauerte der Vorsitzende des Bürgervereins Karlshorst, Andreas Köhler. Die Interessengemeinschaft hat sich mit einem Schreiben an die Bahn gewandt, eine Antwort stand bis zum Veranstaltungsabend aus. Steffen Fiedler sagte zu, weiterhin mit der DB das Gespräch zu suchen.

Wie die Unterführung am Bahnhof samt dort geplanter Tram-Haltestelle einmal aussehen soll, interessierte die Karlshorster natürlich auch. Fiedler veranschaulichte die Pläne anhand einer Visualisierung. Sie zeigt neu gebaute Haltestellen direkt unter der Brücke und an beiden Fahrbahnseiten. Die Tramgleise schwenken an dieser Stelle von der Straßenmitte an die Ränder, sodass Passagiere künftig nicht mehr über die Fahrbahn müssen, um zu den Bahnhofstreppen zu gelangen.

Am Ende gab es noch eine gute Nachricht, wenn auch nicht für die nahe Zukunft: Mitte des Jahres werde die Einmündung aus der Dönhoffstraße in die Treskowallee wieder geöffnet, versprach Steffen Fiedler.

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