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NABU will Biotope unter Schutz stellen lassen

Camillo Kitzmann, Leiter der NABU-Bezirksgruppe, drängt darauf, wichtiger Biotope in Marzahn-Hellersdorf unter Schutz zu stellen.
Camillo Kitzmann, Leiter der NABU-Bezirksgruppe, drängt darauf, wichtiger Biotope in Marzahn-Hellersdorf unter Schutz zu stellen. (Foto: hari)

Die Bezirksgruppe des NABU will verstärkt die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf schützenswerte Biotope in Marzahn-Hellersdorf lenken. Langfristiges Ziel ist es, die Zahl der Schutzgebiete im Bezirk zu erhöhen und wichtige Orte natürlicher Lebensgemeinschaften zu erhalten.

Kürzlich trafen sich Mitglieder der Gruppe im sogenannten „Igelschutzgebiet“ südlich der Kleingartenanlage „Kaulsdorfer Busch“, um zu stark wachsende Gehölze zu entfernen. Dadurch soll der ursprüngliche Charakter des kleinen Biotops erhalten und Lebensräume für geschützte Arten gesichert werden.

Das „Igelschutzgebiet“ zieht sich entlang der Eschenstraße, ist rund 5000 Quadratmeter groß und besteht aus Wiesen, Halbtrockenrasen und Gebüschen. Neben Igeln haben hier Blindschleichen und Erdkröten oder Pflanzen wie die Grasnelke und die Heidenelke ein Rückzugsgebiet.

Allerdings samen sich Gehölze wie die Esche oder Liguster immer wieder aus. „Wenn wir die ungestört wachsen lassen, verändert sich der Charakter des Gebietes und engen sich die Lebensräume für seltene Tiere und Pflanzen ein“, sagt Camillo Kitzmann, Leiter der NABU-Bezirksgruppe. Deshalb habe die Bezirksgruppe die Pflege des Geländes übernommen. Beispielswiese führt diese hier zweimal im Jahr eine Wiesenmahd durch.

Das „Igelschutzgebiet“ ist aber nur eine von vielen „Baustellen“ der Naturschützer. „Es wird gern unterschlagen, dass vor der Wende viel größere Bereiche im Bezirk bereits unter Naturschutz standen“, erklärt Kitzmann. Den Schutzstatus zu erhalten, sei bei den Verträgen zur Wiedervereinigung vergessen worden.

Beispiele sind der Weiher Friedrichsfelde oder der Schleipfuhl. Auch für das Wuhletal wäre eine Unterschutzstellung dringend erforderlich, sagt Kitzmann. Nördlich der B1/B5 seien zwar durch die Renaturierungsmaßnahmen zahlreiche neue, kleine Biotope wie Gewässerteile, Röhrichte und Trockenrasen entstanden. Nur wenige stehen jedoch unter Schutz. Ein anderes Beispiel ist der Biesenhorster Sand, der als Trockenrasengebiet schutzwürdig sei. „Wir wissen nicht, was die Bahn dort vorhat und auch im Zuge des Baus der TVO müssten einige Klärungen erfolgen“, erläutert der Nabu-Bezirksvorsitzende.

„Von ehemals über 30 Flächennaturdenkmalen im Bezirk steht für viele die Wiederunterschutzstellung noch aus“, sagt Kitzmann. Das betreffe etwa auch den Weiher Friedrichsfelde, den Kreppfuhl und den Schleipfuhl. „Das wichtigste Mittel, um die Schutzwürdigkeit zu begründen, ist die Artenerfassung“, erläutert er. Genau das wolle die Bezirksgruppe in den kommenden Jahren vorantreiben.

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