Hansestadt Gardelegen: Hier wurde einst Otto Reutter geboren

Das Rathaus von Gardelegen mit der 2002 eingeweihten Rolandstatue.
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Gardelegen tritt beim Bekanntheitsgrad der Altmarktstädte hinter Tangermünde und Stendal oft in die zweite Reihe. Eigentlich ohne Grund, auch die Hansestadt Gardelegen blickt auf eine interessante, wechselvolle Geschichte zurück.

Erwähnt wurde der Ort bereits 1186 in einer Urkunde. Unter dem Schutz einer Burg hatte sich der Ort bereits seit 1100 entwickelt. Im Jahr 1358 trat Gardelegen der Hanse bei, woran seit 2008 auch wieder die offizielle Bezeichnung als Hansestadt erinnert. Mitte des 16. Jahrhunderts war der Bau der Stadtbefestigung abgeschlossen, Stendaler und Salzwedeler Tor erinnern noch heute daran.

Zu den bekanntesten Einwohnern der Stadt gehört Otto Reutter, der als Friedrich Otto Pfützenreuter 1870 hier geboren wurde. Die Stadt ehrt den Sänger und Komiker mit einem Denkmal in der Fußgängerzone.

Sehenswert ist auch der Roland von Gardelegen. Bereits 1450 wurde eine solche Figur erwähnt, die stolz Stadtrecht und Gerichtsbarkeit verkörperte. Der Roland wurde beim schweren Stadtbrand von 1667 beschädigt, im Jahr 1727 fiel er zusammen. Erst im April 2002 wurde eine neue, gut vier Meter hohe Rolandsfigur eingeweiht. Das daneben stehende Rathaus wurde 1241 erstmals erwähnt. Der Hausmannsturm verleiht dem ehrwürdigen Gebäude fast etwas von einem Gotteshaus. Das echte Gotteshaus, die Marienkirche, wurde mehrmals umgebaut. Bereits um 1200 stand an dieser Stelle ein romanischer Backsteinbau. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus zur fünfschiffigen Hallenkirche umgebaut. An den bereits erwähnten Otto Reutter wird gleich an mehreren Stellen in Gardelegen erinnert. Mit dem Denkmal in der Fußgängerzone, einem Brunnen auf dem Holzmarkt, einem Gedenkstein auf dem Otto-Reutter-Platz und dem erhaltenen Grab auf dem städtischen Friedhof.

Gardelegen ist immer einen Besuch wert, ganz besonders aber, wenn gerade eines der Stadtfeste statt findet. So gibt es am 16. April die Kneipennacht, in der ab 19 Uhr acht Gaststätten zum Besuch mit musikalischer Umrahmung einladen und vom 5. bis 7. August wird das Hansefest gefeiert.

Mit der Bahn kann man in gut eineinhalb Stunden nach Gardelegen reisen. In Stendal muss umgestiegen werden. Mit dem Auto fährt man über die Autobahn bis Magdeburg, dann weiter auf der Bundesstraße. Für die rund 200 Kilometer sollte man 2,5 Stunden einplanen. RD

Informationen bei der Tourist-Information, Rathausplatz 10, 39638 Hansestadt Gardelegen,  03907 194 33, Internet www.gardelegen.de.
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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