In Köpenick wurde ein neues Feuerwehr-Mehrzweckboot in Dienst gestellt

Obermeister Björn Müller an der Wasserkanone.
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Köpenick. Jetzt gibt es in Köpenick ein schwimmendes Feuerwehrfahrzeug. Nach mehrmonatiger Erprobung wurde das Mehrzweckboot 2 (MZB 2) auf der Feuerwache Köpenick in Dienst gestellt.

Bürgermeister Oliver Igel (SPD) durfte sich ein Bild von der Leistungsfähigkeit des 120 000 Euro teuren Wasserfahrzeugs machen. „Alarm – Boot in Brand“ lautet der Einsatzbefehl. Die Brandmeister Marcel Bergunde und Martin Gärtner sowie Obermeister Björn Müller springen an Bord und legen ab. Dann beschleunigt MZB 2 mit den beiden 125-PS-Außenbordern bis auf Tempo 70. Wenig später haben die Feuerwehrleute die Brandstelle auf der Spree erreicht. Mit dem Wasserwerfer – offiziell Strahlrohr genannt – schießt Björn Müller Wasser in die Flammen. Rund 1500 Liter kann die Pumpe fördern – pro Minute.

„Unser neues Mehrzweckboot rückt aber nicht nur bei Bränden auf dem Wasser aus. Wir können mit der leistungsstarken Pumpe für Löscharbeiten am Ufer die Wasserversorgung sichern oder das Boot bei der Suche nach Vermissten einsetzen. Dafür haben wir ein spezielles Unterwasserradar an Bord“, erläutert Jörg Nugel, Leiter der Feuerwache Köpenick. Neu ist auch die spezielle Einsatzbekleidung der Bootsbesatzungen. Statt Feuerwehruniform tragen sie Wetterschutzkleidung, wie sie auch die Seenotretter auf dem Meer anziehen.

Im Köpenicker Rathaus ist man über den technischen Zuwachs in der nahen Feuerwache erfreut. „Damit gibt es einfach mehr Sicherheit in unserem wasserreichen Bezirk im Südosten Berlins“, sagt Bürgermeister Oliver Igel.

Vor fünf Jahren wurde in Köpenick schon einmal ein Mehrzweckboot in Dienst gestellt. MZB 1 erwies sich aber mit Tempo 40 als zu langsam und wegen der Bauform als schlechter manövrierbar. „Es fährt sich, als wenn man eine Schrankwand durchs Wasser zieht“, charakterisiert Jörg Nugel aus heutiger Sicht den Prototyp. Die Erfahrungen gingen in die Planungen für das neue Löschboot ein. Dessen Bauform als Katamaran sorgt für schnelle Fahrt zur Einsatzstelle, außerdem lässt es sich viel besser steuern.

Mit der Indienststellung von MZB 2 sind die Forderungen des Bezirks, den wasserreichen Bezirk im Südosten wieder mit einem leistungsfähigen Feuerwehrboot auszurüsten, erfüllt. Offen bleibt noch die Forderung, Rettungstaucher in Köpenick zu stationieren. Erst kürzlich hatte der Innensenat diesem Vorschlag wieder eine Absage erteilt. „Wir bleiben da aber dran“, versprechen Bürgermeister Oliver Igel und Abgeordnetenhausmitglied Tom Schreiber (beide SPD) nach der Probefahrt mit dem neuen Feuerwehrboot. RD

Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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