Audioführung soll Geschichte der "Köpenicker Blutwoche" erklären

Das frühere Gerichtsgefängnis war einer der Tatorte während der "Köpenicker Blutwoche". Hier wurden mehrere NS-Gegner ermordet.
  • Das frühere Gerichtsgefängnis war einer der Tatorte während der "Köpenicker Blutwoche". Hier wurden mehrere NS-Gegner ermordet.
  • Foto: Ralf Drescher
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Köpenick. Einen grausamen Höhepunkt des frühen NS-Terrors in Berlin stellte die "Köpenicker Blutwoche" Ende Juni 1933 dar. Mehrere Hundert SA-Männer verschleppten und folterten bis zu 500 politisch Missliebige und jüdische Bürger. Mindestens 24 Menschen kamen ums Leben.

Sozialdemokraten, Kommunisten, Gewerkschafter und Juden erlitten im ehemaligen Amtsgerichtsgefängnis in der Puchanstraße und in den Sturmlokalen unglaubliche Qualen und Demütigungen. Der Audiowalk mit dem Titel "(Ton-)Spuren der Gewalt. Ein Audiowalk zur Köpenicker Blutwoche 1933" erzählt nun die Geschichten der Opfer und ihrer Familien und bringt die Besucher zu deren ehemaligen Wohnorten, aber auch an die Orte der Taten und Täter.

Mit einem internetfähigen Smartphone und ein wenig Zeit können Interessierte einen Spaziergang durch die Siedlung Elsengrund und die Köpenicker Bahnhofstraße bis hin zum Platz des 23. April machen und dabei gleichzeitig eine Reise durch die Geschichte unternehmen. 16 "Hörblasen", das sind jeweils wenige Minuten umfassende Audiodateien, finden sich an den historischen Orten. Neben der Nutzung von Tonquellen kommen auch Angehörige und Historiker beim Audiowalk zu Wort.

Möglich gemacht haben den Audiowalk der Verein Werkstatt für Bildung und Begegnung in Berlin und die Geschichte im Format GbR in Zusammenarbeit mit der bezirkseigenen Gedenkstätte "Köpenicker Blutwoche". Der Lokale Aktionsplan Treptow-Köpenick hat aus Mitteln des Bundesprogramms "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Finanzierung sichergestellt.

Projektleiter Yves Müller, der auch für das bezirkliche Zentrum für Demokratie tätig ist, ist zufrieden: "Mit dem Audiowalk gehen wir neue Wege. Es werden bisher vernachlässigte Aspekte der ,Köpenicker Blutwoche‘ beleuchtet. Dieser Zugang bietet auch jungen Menschen die Möglichkeit, sich mit der Geschichte des Nationalsozialismus vor Ort auseinanderzusetzen."

In vollem Umfang nutzen können das Angebot aber nur Besitzer eines modernen Smartphones. Sie müssen sich vorher die entsprechende App herunterladen.

Wie es geht, erfahren Interessenten im Internet unter www.gedenkstaette-koepenicker-blutwoche.org/audiowalk. Am 14. März wird das Projekt um 16 Uhr in der Gedenkstätte Köpenicker Blutwoche, Puchanstraße 12, vorgestellt. Geeignete internetfähige Mobiltelefone müssen dafür mitgebracht werden.
Ralf Drescher / RD
Autor:

Ralf Drescher aus Lichtenberg

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