Anzeige

Der Bund verhökert Kleingärten an der Dahme

Wo: Bima Areal, Wendenschloßstraße 294, 12557 Berlin auf Karte anzeigen
Das Areal hinter dem Tor ist für 2,4 Millionen Euro zu haben.
Das Areal hinter dem Tor ist für 2,4 Millionen Euro zu haben. (Foto: Ralf Drescher)

Rund 11 000 Quadratmeter an der Dahme in Wendenschloß, also in bester Lage, stehen zum Verkauf. Für rund 2,4 Millionen Euro sind die zu haben – sehr zum Verdruss der derzeitigen Nutzer.

Das Grundstück wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben angeboten. Die derzeitigen Nutzer sind 27 Kleingärtner der Wassersportgemeinschaft, eines eingetragenen Vereins. Sie oder ihre Vorfahren hatten das Areal vor Jahrzehnten gepachtet. Seitdem die bundeseigene Immobiliengesellschaft den Verkauf plant, werden nur noch innerhalb von drei Monaten kündbare Verträge ausgegeben. Selbst kaufen wird keiner der bisherigen Nutzer. Denn für eine einzige der rund 200 Quadratmeter großen Parzellen wären rund 40 000 Euro fällig.

Bei einem Teil der örtlichen Politiker kommt die Verkaufsofferte nicht gut an. „Das Spekulieren mit Flächen muss aufhören. Das Areal besteht aus vielen kleinen Parzellen, auf denen Familien, Berufstätige und Senioren ihre Freizeit verbringen. Einige Nutzer gehören noch zu den Gründern der Siedlung und müssen mitansehen, wie ihre Parzellen zum Spekulationsobjekt verkommen ist“, teilen Abgeordnetenhausmitglied Stefanie Fuchs und BVV-Mitglied Uwe Doering (beide Die Linke) in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Ob sich bis zum Ende des Angebots am 19. Januar ein Käufer findet, ist unklar. Anwohner berichten, dass bereits Interessenten vor Ort nach dem Zugang zu der durch ein Tor abgesperrten Siedlung gefragt hätten. Laut Bebauungsplan des Bezirksamts könnten auf der Fläche Einfamilien- oder Reihenhäuser errichtet werden. Erschlossen wird das Grundstück über eine Privatstraße, die dem dann zunehmenden Anwohnerverkehr jedoch kaum gewachsen sein dürfte. Außerdem gibt es in Teilen des Grundstücks Altlasten, die von einer früheren Verzinkerei stammen.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stand wegen ihrer Verkaufspolitik, stets den höchstmöglichen Preis einzufordern, mehrfach in der Kritik. Selbst bewohnte ehemalige Bundes- oder Alliiertenwohnungen gingen fast immer an den Meistbietenden. Mit der Folge, dass den Bewohnern schnell Modernisierungsankündigungen und Mieterhöhungen des neuen Eigentümers ins Haus flatterten.

Die Liegenschaften im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sind rund 20 Milliarden Euro wert. Seit der Gründung 2005 wurden über 27 000 Kaufverträge abgeschlossen. Im Jahr 2016 wurden 2,3 Milliarden Euro an den Bundeshaushalt abgeführt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt