"Wenn die Nacht am tiefsten ist"
Festival und Ausstellung zu 70 Jahre Ton Steine Scherben

Ton Steine Scherben heute: Zu ihrem 50-jährigen Bestehen spielt die Band zwei Jubiläumskonzerte.
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  • Ton Steine Scherben heute: Zu ihrem 50-jährigen Bestehen spielt die Band zwei Jubiläumskonzerte.
  • Foto: Fotodesgin Browse Studio/Michael A. Russ
  • hochgeladen von Simone Gogol-Grützner

70 Jahre Ton Steine Scherben und 70 Jahre Rio Reiser – wenn das kein Grund zum Feiern ist. Noch bis 13. Juni findet deshalb in Kreuzberg "Wenn die Nacht am tiefsten ist – ein Scherben Festival" statt, ab 10. Juni ist eine Ausstellung in der Browse Gallery zu sehen.

Dafür haben sich Ton Steine Scherben mit der Berliner Geschichtswerkstatt, der Browse Gallery und dem Musik-Club SO36 und einigen anderen Akteuren zusammengetan. Das Festival versucht, "all das, was Ton Steine Scherben waren und sind, zusammenzubringen und eine Brücke zu schlagen zwischen dem, was war, dem, was ist und dem, was sein könnte", so die Veranstalter.

Zum Festivalprogramm gehören unter anderem zwei Jubiläumskonzerte. Eines findet am 11. Juni open air am Spreeufer am Funkhaus in Oberschöneweide statt.  Dann spielen dort Mitglieder von Ton Steine Scherben zusammen mit verschiedenen Gastmusikern eine Mischung von Songs aus der Bandgeschichte und Rio Reisers Solozeit. Am 12. Juni wird ein Konzert aus dem SO36 gestreamt. Die ebenfalls für diesen tag geplante Umbenennung des Heinrichplatzes in Rio-Reiser-Platz wurde laut rbb-Inforadio nach Einwänden von Anwohnern verschoben. Zum Ausklang des Festivals gibt es am Sonntag, 13. Juni, 12 Uhr, einen literarischen Frühschoppen im Freiluftkino in der Hasenheide mit Lesebeiträgen von Wegbegleitern der Scherben. Das gesamte Programm findet sich unter www.50-jahre-tonsteinescherben.de.

Die Browse Gallery zeigt ab 10. Juni eine Ausstellung und eine Foto-Installation zu Ton Steine Scherben im Kontext ihrer Zeit. Anhand von Fotografien beleuchtet die Ausstellung die Entstehung, die Performance, Entwicklung und Nachwirkung der Band und stellt die Frage nach Bezügen zur Gegenwart. Bis 4. Juli ist die Ausstellung im Projektraum des Kunstquartiers Bethanien und auf dem Mariannenplatz zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags von 13 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt – aber nur mit Anmeldung. Mehr Informationen und Ticketbuchung unter browse.gallery/tonsteinescherben-ausstellung.

Die Geschichte der Band Tone Steine Scherben begann 1970. Sie entstand aus zwei Straßentheatern, die sich mit dem aktuellen Geschehen und den Wünschen ihrer Zuschauer nach einem Leben ohne Autorität auseinandersetzten. Dies übernahm die Band in ihrer Musik, die unter anderem zur Begleitmusik der Hausbesetzerszene wurde. Direkt, ungeschminkt und in deutscher Sprache, so dass sie von jedem verstanden werden konnte, malte sie das Bild einer besseren Zukunft, die man gemeinsam bauen könne: "Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten. Gerade dieser unbedingte Glaube, die Hoffnung ist es, die die Songs der Scherben so zeitlos und manchmal gar aktueller denn je wirken lässt. Nicht von ungefähr gehören Scherben-Songs bis heute zum festen Bestandteil von Demonstrationen, nicht nur gegen Immobilienhaie, auch auf dem bundesweiten Klimastreik im September 2019 oder auf der #Unteilbar-Demo im Herbst 2018", führen die Veranstalter aus.

1985 trennte sich die Band, als Frontman Rio Reiser eine Solokarriere begann. 29 Jahre später fanden die Scherben wieder zusammen und gingen auf Tour – allerdings ohne Rio Reiser, der 1996 verstorben ist.

Autor:

Simone Gogol-Grützner aus Mitte

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