97 Mal "SO 36" und "SW 61"
Christian Buchwitz sucht Kreuzberger und ihre Geschichten

Spannend, lustig, traurig oder ernst: Christian Buchwitz sammelt die Geschichten von Kreuzbergern.
  • Spannend, lustig, traurig oder ernst: Christian Buchwitz sammelt die Geschichten von Kreuzbergern.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Ulrike Kiefert

Kreuzberger sollen ihre Geschichte erzählen. Spannend, lustig, traurig oder ernst. Christian Buchwitz sammelt sie alle: für einen Dokumentarfilm, eine Foto-Ausstellung und ein Buch.

Den Titel hat Christian Buchwitz schon im Kopf. „Kreuzbergs Memoiren“ soll sein Projekt heißen. Was er dafür braucht, sind 97 Kreuzberger, die ihm ihre Geschichte erzählen. „Welche Erinnerungen haben sie an Kreuzberg, was haben sie hier erlebt, was war gut, was war schlecht. Mein Projekt will beide Seiten erzählen“, sagt Christian Buchwitz. „Denn Geschichten verdienen es, dokumentiert und erzählt zu werden. Sonst bleiben sie vergraben und gehen für immer verloren.“

Konkret will der gebürtige Kreuzberger Geschichten ab 1936 bis heute sammeln. Einige Geschichten wird der Dokumentarfilm zeigen, andere die Foto-Ausstellung und final das geplante Buch. 15 Kreuzberger hat Buchwitz schon zusammen. Mit dabei ist Beppo Pohlmann, Sänger der Band „Gebrüder Blattschuss“. Deren „Kreuzberger Nächte“ müsste jeder Berliner kennen. Auch der bekannte Grafiker Hugo Hoffmann und ein Ur-Urenkel von Kuchen-Kaiser am Oranienplatz wollen sich von Buchwitz portraitieren lassen.

„36 brennt, 61 pennt“

Wie aber kommt der 54-Jährige auf genau 97 Geschichten? „Die Zahl setzt sich aus den alten Berliner Postzustellbezirken 36 und 61 zusammen“, erklärt Buchwitz. „SO 36“ galt als das „ärmere“ Kreuzberg, „SW 61“ als das bürgerlichere. Der witzige Volksmund formulierte es so: „36 brennt, 61 pennt“. Buchwitz hofft, dass er die 97 Geschichten auch findet. Darum macht er für sein Doku-Projekt eifrig Werbung. Über Mundpropaganda, über seine Internetseite und übers Radio. Zuletzt hatte Buchwitz ein Interview im Radio Stream von FluxFM. „Die sitzen nämlich in Kreuzberg.“ Er selbst wohnt inzwischen in Köpenick. Dort sind die Mieten nicht so teuer.

Auf die Idee für sein Filmprojekt kam der Kinderkrankenpfleger und Hobbyfotograf zufällig. Seine Mutter, die früher in einer Kreuzberger Bürgerinitiative aktiv war, hat ihm viel erzählt von damals. „Wenn meine Mutter so viel Spannendes zu berichten hat, dann sicher auch andere Kreuzberger.“ Schließlich sei der Kiez voll von Geschichten, sagt Buchwitz. In ein, zwei Jahren will er seinen Dokumentarfilm und dann auch das Buch fertig haben. So lange wird es wohl dauern, bis alles erzählt, gefilmt und zusammengeschnitten ist. Wo die Foto-Ausstellung zu sehen sein wird, weiß Christian Buchwitz noch nicht genau. Er sei darüber mit dem Bezirksamt im Gespräch. Zuerst hatte er an die East Side Gallery gedacht. Doch die ist in Friedrichshain und nicht in Kreuzberg. Der Film wiederum könnte vielleicht im RBB laufen, meint Buchwitz. „Vorher will ich ihn aber unbedingt in einem Kino zeigen.“ In Kreuzberg natürlich. 

Mehr Infos zum Projekt „Kreuzbergs Memioren“ nebst Fragebogen finden sich unter www. projektkreuzberg.de

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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