Fotografieren: Was geht, was geht nicht?

Bild 1: Bei einer öffentlichen Veranstaltung wie dieser Straßenumbenennung ist es unvermeidbar, auch Menschen auf dem Foto abzubilden, die nicht zu den Akteuren der Veranstaltung gehören. Da sie aber nur Staffage sind und nicht im Vordergrund des Bildes stehen, ist das völlig unbedenklich.
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  • Bild 1: Bei einer öffentlichen Veranstaltung wie dieser Straßenumbenennung ist es unvermeidbar, auch Menschen auf dem Foto abzubilden, die nicht zu den Akteuren der Veranstaltung gehören. Da sie aber nur Staffage sind und nicht im Vordergrund des Bildes stehen, ist das völlig unbedenklich.
  • Foto: Bernd Wähner
  • hochgeladen von Christian Hahn

Im Zeitalter von Smartphone & Co., in dem eine Kamera immer griffbereit ist und das Private schnell zum Öffentlichen wird, mag man beim Fotografieren vielleicht nicht als erstes an Aspekte wie Urheber- und Persönlichkeitsrecht denken. Trotzdem, wenn Sie als Kiez-Entdecker eine Kamera in die Hand nehmen und Ihr Foto auf berliner-woche.de veröffentlichen, machen Sie sich schnell angreifbar, wenn Sie nicht einige Grundregeln beachten. Denn als Nutzer sind Sie für Ihre auf berliner-woche.de eingestellten Inhalte selbst verantwortlich. Deshalb an dieser Stelle einige Tipps und Verhaltensregeln für den richtigen Umgang mit Fotos.

Stichwort Urheberrecht:
 Dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, trotzdem als erstes der grundsätzliche Hinweis: Laden Sie ausschließlich Fotos hoch, an denen Sie das Recht haben. Gleiches gilt natürlich auch für ihren Text oder andere Illustrationen, Grafiken oder Videos.

Dies bedeutet ganz einfach gesagt, dass Sie nur Fotos auf berliner-woche.de veröffentlichen sollten, die Sie auch selbst fotografiert haben. Alle Bilder sind grundsätzlich urheberrechtlich geschützt. Wenn Sie also ohne ausdrückliche Genehmigung das Foto eines anderen hochladen und verwenden, verletzen Sie das Urheberrecht und begehen "Bilderklau". Bitte beachten Sie dazu auch unsere Nutzungsbedingungen.

Stichwort Persönlichkeitsrecht: Als Fotograf mache ich mich angreifbar und verstoße schnell gegen geltendes Recht, wenn ich Menschen ohne ihre Zustimmung fotografiere und vor allen Dingen wenn ich deren Aufnahme anschließend verbreite. Jeder Mensch darf selbst darüber bestimmen, ob und in welchem Kontext Bilder von ihm veröffentlicht werden. Prinzipiell gilt bei allen Porträts oder Fotos, auf denen einzelne Personen im Mittelpunkt des Geschehens stehen: Ohne Einverständnis der Betroffenen sollten Sie von einer Veröffentlichung absehen.

Ganz sensibel sollte man beim Fotografieren von Minderjährigen, insbesondere von Kindern, außer es sind Ihre eigenen, sein. Bei unter 18-Jährigen sollten Sie nicht nur deren Zustimmung einholen, sondern Sie brauchen darüber hinaus grundsätzlich auch das Einverständnis der Erziehungsberechtigten.

Es gibt Ausnahmen

Wie immer gibt es Ausnahmen. Es spielt zum Beispiel eine große Rolle, ob Sie ihre Fotos im öffentlichen Raum bzw. auf öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen, Festen oder Umzügen machen. Nehmen wir einmal an, Sie fotografieren bei einer Sportveranstaltung die Tribüne mit einer großen Anzahl Zuschauern bzw. Fans. Auch dann bilden Sie auf ihrem Foto Menschen ab. Dies ist aber etwas anderes, als wenn sie einen einzelnen Fan mit meinem Teleobjektiv fotografieren. Grundsätzlich hilft es zu unterscheiden, ob die abgebildeten Personen Zweck der Aufnahme sind, das heißt, ob sie optisch und inhaltlich im Mittelpunkt meines Bildes stehen, oder ob sie eher Beiwerk oder Staffage sind. (Bild 1)

Stichwort Panoramafreiheit: Egal, ob man es gut findet oder nicht, auch bei Bauwerken oder Gebäuden gibt es einige Spielregeln zu beachten. In Deutschland ist es so, dass es eine Straßenbildfreiheit gibt. Dies bedeutet, dass ich Gebäude oder zum Beispiel auch Kunst an Gebäuden, die von öffentlichen Verkehrswegen und ohne Hilfsmittel zugänglich sind, fotografieren und abbilden darf. Wichtig ist, dass der Standpunkt, von dem aus ich das Foto mache, öffentlicher Raum ist bzw. für jeden zugänglich. (Bild 2)

Andersherum bedeutet dies, dass ich Gebäude von innen eben nicht unbedingt frei fotografieren und die Fotos veröffentlichen darf. So kann ich zum Beispiel das Olympiastadion von außen bedenkenlos fotografieren und das Foto veröffentlichen. In dem Moment, in dem ich mich auf dem Gelände des Olympiastadions befinde oder auf den Glockenturm steige, um ein Foto aus dem Inneren zu machen, sieht die Sache eventuell schon wieder anders aus. Gleiches gilt für Gebäude oder Areale, die jemandem gehören oder nicht frei und für jedermann zugänglich sind. Beispiele dafür wären Einkaufszentren, Privatgelände, Museen, aber auch militärische Einrichtungen sowie Flughäfen, Bahnhöfe oder Behörden.

Lassen Sie sich von den Regeln nicht abschrecken. Wir freuen uns auf Ihre Beiträge. Mit gesundem Menschenverstand, ein wenig Sensibilität und Respekt gegenüber dem Motiv sollten sich viele Probleme beim Fotografieren vermeiden lassen.

Unsere Leseempfehlungen für Sie

Unser Partner lokalkompass.de hat eine ausführliche Ratgeberreihe zum Thema Fotorecht veröffentlicht. Hier gibt es auf viele Fragen rund ums Fotografieren als Kiez-Entdecker detaillierte Antworten. Zu den aktuellen Veränderungen durch die Datenschutzgrundverodnung (DSGVO) hat sich unsere Kollegin Miriam Dabitsch vom Lokalkompass in ihrem Beitrag "Was ändert sich für Hobby-Fotografen?" Gedanken gemacht.

Wenn Sie Probleme oder Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich einfach an online@berliner-woche.de.

Weitere Tipps finden Sie hier.

Bild 1: Bei einer öffentlichen Veranstaltung wie dieser Straßenumbenennung ist es unvermeidbar, auch Menschen auf dem Foto abzubilden, die nicht zu den Akteuren der Veranstaltung gehören. Da sie aber nur Staffage sind und nicht im Vordergrund des Bildes stehen, ist das völlig unbedenklich.
Bild 2: Ein Amtsgebäude von außen zu fotografieren und das Bild zu veröffentlichen, ist von der Straßenbildfreiheit abgedeckt. Übrigens kann man auch mit etwas fotografischem Geschick eine Person im Bild festhalten, die durch die lange Belichtungszeit nicht erkennbar ist, obwohl sie sich im Vordergrund befindet, aber dem starren Haus-von-außen-Bild noch etwas Dynamik verleiht.
Autor:

Christian Hahn aus Niederschönhausen

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