"Kein Grün opfern für Radwege"
Stadtnatur-Aktivisten protestieren am Mehringdamm

Öko-Aktivisten protestieren gegen die geplanten Rodungen. Rot-weiße Barken schirmen das Grün dahinter ab.
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Öko-Aktivisten haben am Mehringdamm gegen das Roden von Hochbeeten protestiert. Dort soll ein breiterer Radweg gebaut werden.

Mit Plakaten protestierten Aktivisten des Bündnisses Stadtnatur in K(reuzberg) 61 gegen das Roden von Hochbeeten am Mehringdamm. Zwischen Bergmannstraße und Gneisenaustraße soll ein breiterer Radweg angelegt werden. Das Bezirksamt lässt die Strauchbeete deshalb flächendeckend umgestalten, damit es für Fußgänger und Radfahrer verkehrssicher bleibt.

Doch die Naturschützer sehen darin eine Zerstörung von Stadtnatur und fordern eine Radwegplanung nach dem „Münchner Modell“: Kein Grün opfern für Radwege stattdessen maximaler Grünerhalt. „Beim Ausbau der Radwege geht es uns um positive ökologische Effekte, wie die Attraktivität und Sicherheit des Radverkehrs zu steigern, den Kfz-Verkehr zu reduzieren und gleichzeitig das Grün zu erhalten anstatt es zu zerstören“, erklärt Angela Laich vom Bündnis. Der Radweg sei schon länger marode und sanierungsbedürftig und auch recht schmal, weshalb er den Radverkehr gar nicht mehr fassen könne. „Deshalb begrüßen wir, dass hier der Radweg saniert und auch verbreitert wird, fordern aber eine Radwegführung auf den Standstreifen.“ Im Fazit: Radweg ja, aber nicht auf Kosten des gesamten bodennahen Grüns.

Zumal Rodungen nicht mit den Berliner Klima- und Biodiversitätszielen vereinbar seien, so das Bündnis weiter. Der Mehringdamm dürfe ökologisch nicht veröden, Gebäudebrüter wie der Haussperling müssten ihren Lebensraum behalten. „In Kreuzberg sind solche Rodungen leider massiv und unverändert zu beobachten, trotz unzähliger Anwohnereingaben und Beschwerden.“ Das Bündnis fordert darum den Rodungsstopp aller Hochbeete, die teilweise bis zu sieben Meter breit sind, ein faunistisches Gutachten und Einsicht in die Baupläne. Außerdem sollte der Radweg auf die Straße verlegt werden und die Bäume erhalten bleiben.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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