Grüne wollen neuen S-Bahnhof

Lankwitz. Die Grünen-Fraktion möchte das Areal entlang des Kamenzer Damms bebauen lassen. Einen Antrag auf Erstellen eines Bebauungsplans durch das Bezirksamt reichte sie in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) ein.

„Berlin braucht bezahlbare Wohnungen. Ein Teil könnte am Kamenzer Damm geschaffen werden“, sagt der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Bernd Steinhoff. Zudem soll auf dem früheren Gasag-Gelände ein neuer S-Bahnhof gebaut werden.

Seit 1984 gibt es diesen Gedanken. Er wurde bereits mehrmals von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt geprüft. Jedes Mal kam sie zum Ergebnis, dass das Fahrgastaufkommen zu gering sei und daher eine solche Investition nicht rechtfertige.

2014 gab es den jüngsten Vorstoß der BVV in dieser Frage. Damals hatte gerade ein Volksentscheid die geplante Bebauung des Tempelhofer Feldes und damit auch den Bau eines neuen Bahnhofs an der Ringbahn gestoppt. Die BVV schlug daraufhin vor, die Investition stattdessen am Kamenzer Damm zu tätigen. Das Land Berlin lehnte den Deal ab. Sie machte zur Bedingung, dass die S-Bahn 3000 zusätzliche Fahrgäste im Einzugsbereich der neuen Bahnstation gewinnen müsse. Nach Berechnungen des Senats werden Nahverkehrsbahnhöfe von rund 40 Prozent der Anwohner aus dem unmittelbaren Umfeld genutzt. Deswegen müssten nahe des neuen Bahnhofs Wohnungen für 7500 Menschen geschaffen werden.

Grundsätzlich hat die Senatsbehörde Interessen an dem Projekt. "Der Flächennutzungsplan sieht den Bahnhof Kamenzer Damm bereits vor", sagt Derk Ehlert, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Der Bezirk müsse aber erst einmal liefern. Er habe bislang keine konkreten Pläne vorgelegt, wie Wohnraum geschaffen werden könnte.

Der Antrag der Grünen wurde in den Stadtplanungsausschuss überwiesen. Er wurde zuvor mit der Grünen-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg abgesprochen. An der Lankwitzer Straße östlich der Bahntrasse und auf dem Gebiet des Bezirksnachbarn soll ebenfalls unter anderem Wohnungsbau entstehen. NL

Autor:

Nikolai Liermann aus Mitte

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