Informationsstelen an der Blutmauer enthüllt
Erinnerung an Opfer vom März 1919

Zur Einweihung der beiden Gedenkstelen spielte Isabel Neuenfeldt Akkordeon. Manfred Becker und Prof. Dr. Jürgen Hofmann von der Gedenktafelkommission schauten sich derweil die neuen Stelen genauer an.
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  • Zur Einweihung der beiden Gedenkstelen spielte Isabel Neuenfeldt Akkordeon. Manfred Becker und Prof. Dr. Jürgen Hofmann von der Gedenktafelkommission schauten sich derweil die neuen Stelen genauer an.
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An der sogenannten Blutmauer am Lichtenberger Rathauspark befinden sich jetzt zwei Metallstelen.

Diese informieren über die Geschichte des Ortes. Die „Blutmauer“ erinnert an die Ereignisse in der Novemberrevolution sowie in den darauffolgenden Monaten. Dort stehen die Namen von Matrosen und Zivilsten, die im März 1919 durch Angehörige des Freikorps Lüttwitz auf und vor dem damaligen Friedhof ermordet wurden.

Bereits in den 1920er-Jahren war ein Gedenkort entstanden. Dort gedachten Angehörige der Opfer. Aber nach 1933 wurde er entfernt. Erst 1959 wurden wieder zwei Tafeln und eine Inschrift an der Mauer angebracht. Zurzeit sind allerdings nur provisorische Kopien zu sehen. Die Originale werden im Auftrag der Lichtenberger Denkmalbehörde restauriert. Auch die Mauer soll nach Anschluss der Bauarbeiten auf dem benachbarten Grundstück wieder auf Vordermann gebracht werden.

„Vielen Menschen ist nicht bewusst, was für ein geschichtsträchtiger Ort unser Rathauspark ist“, erklärt Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke). Deshalb wolle man nun mit den Informationsstelen darauf verweisen. Die Informationen schildern eindringlich, was vor etwas mehr als 100 Jahren geschah. Hier wurden Zivilisten aus dem unmittelbaren Wohnumfeld ebenso ermordet wie Matrosen, die die Errungenschaften der Novemberrevolution schützen wollten.

Zur Einweihung der Stelen erinnert Dietmar Lange, Autor der Publikation „Schießbefehl für Lichtenberg“, an die Ereignisse aus den Märztagen 1919. Damals erreichten in Lichtenbergs Straßen die Auseinandersetzungen zwischen Verfechtern der Revolutionsziele vom November 1918 und den von der Regierung beauftragten Militäreinheiten ihren gewaltsamen Höhepunkt.

Mit dem Rückzug der Revolutionsanhänger und der sie unterstützenden Bevölkerung endete am 13. März 1919 der Widerstand gegen die militärische Übermacht der Freikorpsverbände. Es folgten zahlreiche Hinrichtungen und willkürliche Morde, die in ganz Berlin 1200 Menschenleben forderten. Mindestens zwölf starben bei Hinrichtungen an der Mauer des damaligen Gemeindefriedhofs, auf dem Gelände des heutigen Rathausparks.

Dass die Stelen jetzt aufgestellt werden konnten, ist vor allem dem Engagement der Lichtenberger Gedenktafelkommission zu verdanken.

Autor:

Bernd Wähner aus Pankow

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