Letzte Ehrung für Edgar „Eddi“ Külow
Gedenktafel für einen umtriebigen Kabarettisten, der schließlich in Lichtenberg ein Zuhause fand

Familienangehörige von Edgar Külow freuten sich über die Ehrung mit der Gedenktafel, die ihm wahrscheinlich auch gefallen hätte, wie sein Sohn (2. v.r.) sagte.
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  • Familienangehörige von Edgar Külow freuten sich über die Ehrung mit der Gedenktafel, die ihm wahrscheinlich auch gefallen hätte, wie sein Sohn (2. v.r.) sagte.
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Der Schauspieler und Kabarettist Edgar Külow lebte seit 1982 in der Bernhard-Bästlein-Straße 20 in Lichtenberg. Nachdem er 2012 dort verstorben ist, ehrt ihn seit dem 2. Oktober eine Tafel neben dem Hauseingang.

Edgar „Eddi“ Külow gehört zu den Lichtenberger Persönlichkeiten, die über Berlin hinaus bedeutend waren. Geboren 1925 als Sohn eines Tischlers und einer Näherin im Sauerland, wurde die Kindheit Edgar Külows vom frühen Tod des Vaters überschattet.

Nach kurzer Zeit in britischer Kriegsgefangenschaft studierte Külow Pädagogik und trat im Sommer 1945 der KPD bei, was ihn im westlichen Teil Deutschlands in politische Schwierigkeiten brachte. Deshalb wechselte er in die sowjetische Besatzungszone und studierte in Leipzig Schauspiel. In den 50ern ging er für vier Jahre in seine alte Heimat zurück, kam aber 1957 wieder in die DDR und wurde von der SED rehabilitiert.

1959 wurde er gemeinsam mit Helga Hahnemann beim Leipziger Kabarett Pfeffermühle engagiert. Dort galt er laut Schauspielkollege Peter Sodann als „größte Klappe der Pfeffermühler“. Mitgründerin und Schauspielerin Ingeborg Krabbe beschrieb ihn als „mutigen Mann“, der andere „als Menschen erfassen konnte und sofort wusste, was los ist, ohne dass man darüber sprach“. Seine Ausstrahlung sei durch ein „gewisses Etwas, das man nicht lernen kann“ besonders gewesen. Sein Programm „Woll’n wir doch mal ehrlich sein“ wurde von der SED noch vor der Premiere verboten und Edgar Külow als Direktor entlassen.

In Halle arbeitete er anschließend als Autor, Regisseur und Schauspieler beim Amateurkabarett Die Taktlosen. Ebenfalls in den Sechzigern war er in Kino und Fernsehen zu sehen: als Teil der Serie Tele-BZ sowie in der DEFA-Produktion „Das Stacheltier“. 1969 zog er mit seiner Familie nach Berlin, wo er als Schauspieler fürs DDR-Fernsehen tätig war. Gleichzeitig blieb er dem Kabarett treu und schrieb und spielte seit 1972 für die Distel.

Preis für unerhörte Künstler

Zeichner und Karikaturist Heinz Behling rief einen Kabarettpreis mit dem Ziel ins Leben, Künstler zu würdigen, die aus politischen Gründen nie offiziell geehrt werden würden. 1981 wurde der Preis – der „Eddi“ – erstmalig verliehen: Preisträger war auch der Namensgeber Edgar Külow.

Bis 2012 lebte der reale Eddi in seiner Lichtenberger Wohnung, wo er sich laut seinen Kindern immer sehr wohl fühlte. Neben seiner Schauspielarbeit schrieb er unter anderem auch für den „Eulenspiegel“. Seine größte Leidenschaft aber blieb der Fußball, Lieblingsmannschaft der heutige VfB Einheit zu Pankow. So oft er konnte, feuerte er das Team vom Spielfeldrand an, wo ein Jahr nach seinem Tod die Edgar-Külow-Kurve eingeweiht wurde. Nun sorgt auch die „Erinnerungstafel“, wie sie vom Initiator Prof. Jürgen Hofmann genannt wurde, dafür, dass man sich „mit einem Lächeln auf den Lippen“ lange und gern an ihn erinnern wird, wie Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zur Einweihung versprach.

Am Tag der Enthüllung der Tafel in der Bernhard-Bästlein-Straße fand auch die Preisverleihung des 20. „Eddi“ statt, der in diesem Jahr an das Kabarett-Theater Distel ging.

Familienangehörige von Edgar Külow freuten sich über die Ehrung mit der Gedenktafel, die ihm wahrscheinlich auch gefallen hätte, wie sein Sohn (2. v.r.) sagte.
Bürgermeister Michael Grunst, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg eG (WGLi), Thomas Kleindienst, Initiator der Tafel Prof. Jürgen Hofmann und Leiter des Museums Lichtenberg, Dr. Thomas Thiele, enthüllten die Erinnerungstafel für Edgar Külow.
Autor:

Luise Giggel aus Wedding

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