Gutachter sollen Notwendigkeit für gebührenpflichtiges Parken klären

Parkplätze in der Viktoriastadt sind begehrt: wie hier auf dem Tuchollaplatz. Foto: Wrobel
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Lichtenberg. Zu viele Autos, zu wenig Parkplätze. Das ist die Situation südlich und nördlich der Frankfurter Allee. Der Mangel an Parkplätzen geht zu Lasten der Anwohner. Nun soll ein Gutachten klären, wie das Problem behoben werden kann.

Einen Parkplatz vor der Haustür? Für viele Anwohner im Kaskelkiez gleicht das einem Lottogewinn. Denn sie beklagen seit Jahren den Mangel an Stellplätzen. Als Schuldige haben sie oft schnell die Deutsche Rentenversicherung in der Ehrlichstraße im Blick. Immerhin würde ein Teil der 4000 Mitarbeiter die Autos im Wohngebiet abstellen, und so den Anwohnern die Stellflächen wegnehmen.

"Das ist nicht nur eine gefühlte Situation", bestätigt Andreas Prüfer (Die Linke). Der Stadtrat für Ordnungsaufgaben setzt sich seit Jahren mit dem Parkplatzmangel auseinander. Das Problem, erklärt er, wären aber nicht nur die Mitarbeiter der Rentenversicherung. "Die 2014 eingeführte Parkraumbewirtschaftung im Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat das Problem im Kaskelkiez verschärft", fügt der Stadtrat an. Von dort weichen mittlerweile viele Parker auf das Gebiet aus.

Ob eine Parkraumbewirtschaftung das Problem lösen könnte, das soll jetzt ein Gutachten klären. "In den nächsten zwölf Wochen werden Teams durch die Wohngebiete ziehen und die Auslastung der Parkplätze ermitteln", sagt Prüfer. Die Gutachter werden dabei nicht nur im Kaskelkiez unterwegs sein, sondern auch das Gebiet südlich und nördlich der Frankfurter Allee untersuchen. Denn auch hier gehört die Parkplatz-Not zum täglichen Ärgernis von Anwohnern. Die Experten sollen die Ausgangslage und die Ursachen für den Parkdruck wissenschaftlich erfassen. "Erst dann können wir im Interesse der Anwohner handeln", sagt er.

Prüfer wirbt dabei seit Jahren für die Parkraumbewirtschaftung in den Gebieten. Die macht das Parken zwar gebührenpflichtig, aber so können Fremdparker ihre Wagen nur noch für kurze Zeit abstellen, und die Chance auf einen Parkplatz für Anwohner wäre damit höher. Die Bewohner können im Gegensatz zu den Fremdparkern einen Parkausweis beantragen und parken wesentlich günstiger: Der Ausweis würde rund 20 Euro kosten und wäre zwei Jahre gültig.

Nur die Anwohner haben bei Prüfers Lösung eine ablehnende Haltung. Das zeigte eine von ihm ins Leben gerufene Einwohnerversammlung, die dazu letztes Jahr stattfand, sowie eine Online-Befragung. Er hält trotzdem an der Idee der Parkraumbewirtschaftung fest: "Viele haben Einwände wegen der Kosten und der Folgen – da ist auch viel Unkenntnis dabei." Die Parkzone, sofern das Verkehrsgutachten sie empfehlen wird, soll nicht vor dem Jahr 2018 eingerichtet werden. KW

Autor:

Karolina Wrobel aus Lichtenberg

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