Nicht blutrünstig, sondern anmutig
Petra Tessendorf bringt zweiten Kriminalroman heraus

Von Büchern umgeben fühlt sich Petra Tessendorf wohl. Privat liest sie "alles Mögliche, bis zum Einkaufszettel".
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  • hochgeladen von Philipp Hartmann

Den ARD-Tatort findet Petra Tessendorf „meist ziemlich klischeehaft“. Krimis, in denen klassische Ermittlungsarbeit im Mittelpunkt steht, gibt es ihrer Ansicht nach im Fernsehen zuhauf. Ihren Geschmack treffen sie nicht.

„Ich schreibe keine Ermittlerkrimis, weil die mich langweilen. Die Polizei ist bei mir nur eine Randerscheinung“, sagt die Autorin, die seit 2012 mit Mann und Tochter in Lichtenrade wohnt.

Bei ihr werden Morde von Menschen aufgeklärt, die direkt betroffen sind. „Aus der Psychologie der Charaktere kann man auch einen Plot entwickeln“, erklärt sie. Am 9. April erscheint Petra Tessendorfs zweiter Kriminalroman „Küstendämmerung“ (Emons Verlag, 13 Euro). Da wird eine Leiche am Ostseestrand entdeckt. Ihren ersten Krimi hat die 59-Jährige vor zehn Jahren veröffentlicht. Er spielte im Bergischen Land, ihrer früheren Heimat. Das Buch schrieb sie jedoch erst nach ihrem Umzug an die Ostseeküste. Ihren zweiten Krimi, in dem sie die Ostsee zum Schauplatz ihrer Geschichte macht, verfasste sie wiederum erst in Berlin. „Ich schreibe immer meinen alten Heimaten hinterher. Vermutlich kann man viel unbefangener über seine Heimat schreiben, als wenn man direkt vor Ort ist.“ Lust, einen Berlin-Krimi zu schreiben, habe sie aktuell keine.

Dass sie überhaupt dieses Genre für sich entdeckt hat, war eher Zufall. Jahrelang hat Petra Tessendorf, die aus Wuppertal stammt, als Journalistin für lokale Medien und die Tageszeitung Bergische Morgenpost gearbeitet. Irgendwann kam ihr die Idee für einen Roman. Als er fertig war, schickte sie ihn raus und fand einen Verlag, der ihn veröffentlichte. Eigentlich war er gar nicht als Krimi angelegt, wie sie verrät. Weil darin jedoch eine Leiche vorkam und der Verlag zur besseren Vermarktung eine Schublade benötigte, in die er die Geschichte einsortieren konnte, wurde sie der Krimi-Rubrik zugeordnet. Ihre Tochter habe ihren ersten Krimi gelesen, als sie acht Jahre alt war. Das erfuhr Petra Tessendorf allerdings erst später. „Ich wusste das gar nicht.“ Glücklicherweise seien ihre Storys nicht blutrünstig und brutal, sondern malerisch und manchmal sogar anmutig, wie sie betont. Außerdem sei auch „ganz viel Witz drin“. Krimis hätten viele Möglichkeiten, die Leser zu überraschen. „Das finde ich interessant“, so die Autorin, die auch viele Kurzgeschichten veröffentlicht und Krimi-Anthologien herausgegeben hat.

Außerdem arbeitet Petra Tessendorf als Lektorin und absolvierte eine Ausbildung zur Schreibpädagogin, die sie 2019 abschloss. „Ich wollte unbedingt Seminare im kreativen Schreiben geben.“ Als sie dafür im vergangenen Sommer Flyer in der Edith-Stein-Bibliothek verteilte, bot ihr die Leiterin an, die Seminare gleich direkt in der Bibliothek durchzuführen. Die ersten drei Kurse über autobiografisches und philosophisches Schreiben seien komplett ausgebucht gewesen. Seitdem finden alle zwei Wochen dienstags von 16 bis 18.30 Uhr Treffen statt, bei denen man jederzeit einsteigen kann. Die Bandbreite der Teilnehmer im Alter von 20 bis 80 Jahren überraschte auch sie selbst. „In einem Kurs hatte ich einen Busfahrer, eine Krankenschwester, eine Bloggerin, einen Lehrer und ein Diplomaten-Paar.“

Petra Tessendorf ist immer wieder erstaunt, wie viele Menschen gern in ihrer Freizeit schreiben, ob Geschichten oder Tagebücher. In ihrer sogenannten Schreibwerkstatt führt die Schriftstellerin Übungen durch und vergibt kleine Aufgaben. Manche würden dann schreiben „wie der Teufel“. Wenn sich die Teilnehmer hinterher ihre Texte gegenseitig vorlesen, werde sehr viel gelacht. Ein Mann in ihrem Kurs habe beispielsweise unfassbar lustige Gedichte geschrieben. Das Angebot möchte sie daher fortführen. Außerdem freut sie sich darauf, mit ihrem neuen Roman ab dem 29. April auf Lesetour durch Deutschland zu gehen. Weitere Infos finden Sie auf https://petratessendorf.de/.

Autor:

Philipp Hartmann aus Tempelhof

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