MUF- oder Schulstandort?
Bezirk wegen Schulplänen am Osteweg unter Zeitdruck

Auf der Info-Veranstaltung wurden die Bürger über die Pläne des Bezirks am Osteweg informiert.
  • Auf der Info-Veranstaltung wurden die Bürger über die Pläne des Bezirks am Osteweg informiert.
  • Foto: K. Rabe
  • hochgeladen von Karla Rabe

In diesem Jahr will der Senat am Osteweg 63 mit dem Bau einer Modularen Flüchtlingsunterkunft (MUF) beginnen. Der Bezirk hat das Gelände aber seit Jahren für eine Schule und Sporthalle vorgesehen. Auf einer Veranstaltung in der Mavuno-Kirche am Osteweg informierte das Bezirksamt über seine Pläne. Auch der Senat bezog erstmals vor Ort Stellung dazu.

Vor vier Jahren war der Osteweg bereits für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Gespräch. Und schon damals bestand der Bezirk darauf, das Grundstück als Schulstandort zu behalten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: An diesem Standort ist laut dem Bezirksamt eine neue Schule und Sporthalle wichtiger denn je. In den vergangenen Jahren ist in den ehemaligen McNair Barracks ein neues Wohngebiet entstanden, in dem vor allem jungen Familien leben. Die Schulen in der Nähe sind an ihren Kapazitätsgrenzen. Sporthallen gibt es in der ganzen Umgebung nicht.

Auf der Informationsveranstaltung stellten Bürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski und Schulstadtrat Frank Mückisch ihre Pläne für einen Schul- und Sporthallenstandort vor. Am Osteweg 53 sollen die denkmalgeschützten Telefunkenbauten zu einer modernen Schule umgebaut werden. Diese Pläne verfolgt der Bezirk bereits seit zehn Jahren. Sie wurden 2011 gestoppt, weil die Kosten mit 33 Millionen Euro zu hoch waren. Das Grundstück wurde an den Senat übertragen.

Neu an den Plänen ist, dass die Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule an diesen Standort ziehen soll. Bisher hat die erste und einzige Gemeinschaftsschule des Bezirks zwei Standorte: Die Grundschule befindet sich Am Rohrgarten in Zehlendorf und der Sekundar- und Oberschulbereich im Tietzenweg in Lichterfelde-West. Die beiden alten Standorten könnten später als sogenannte Drehscheiben dienen. Das heißt: dorthin werden Schulen ausgelagert, deren Gebäude saniert werden müssen. Weil zu einer neuen Schule auch eine Sporthalle gehört, ist auf dem Grundstück Nummer 63, das der Senat für die MUFs vorgesehen hat, eine große Sechs-Feld-Sporthalle geplant.

Die Planungen des Bezirksamts beeindruckten den Staatssekretär für Bildung Mark Rackles (SPD). Er findet es „toll, dass hier eine Gemeinschaftsschule hin soll.“ Er würde den Schulstandort gern unterstützen. Aber dazu benötige er gut begründete und seriöse Nachweise für den Bedarf der Sportstätten und der Schule sowie ein Gesamtkonzept. „Es reicht nicht aus, irgendwelche Entwürfe von vor elf Jahren herauszuholen“, mahnte Rackles und betonte auch, dass ein Alternativstandort für die MUF genannt werden müsse. „Die Schulfrage kann erst gelöst werden, wenn die MUF-Frage geklärt ist.“

Wenn es gelänge in den nächsten vier Wochen Alternativen zu nennen und ein „zweiseitiges Papier mit einem Konzept für den Schulstandort vorzulegen“, würde der Finanzsenator sicher einlenken, erklärte Rackles weiter.

Ein Konzept wird nach Aussage von Cerstin Richter-Kotowski gemeinsam mit der Anna-Essinger-Gemeinschaftsschule entwickelt. Auch Alternativstandorte hätte der Bezirk bereits angeboten. „Zwei wurden abgelehnt, zwei stehen noch zur Debatte“, sagte die Bürgermeisterin.

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