Promis zu Gast im Wohnzimmer
Arbeitskreis Berlin der Kindernothilfe engagiert sich für Kinder in aller Welt

Als bisher prominentester Gast las der frühere Bundespräsident Joachim Gauck im Wohnzimmer von Waltraud und Joachim Schönebeck.
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Wenn Anwohner und Freunde der Familie Schönebeck mit einem Stuhl unterm Arm zu Besuch kommen, dann mit gutem Grund: Es wird voll in Wohnzimmer oder Garten des Lichterfelders Ehepaars. Die beiden engagieren sich seit vielen Jahren auf besondere Weise für die Kindernothilfe.

Waltraud und Wolfgang Schönebeck sind Paten der Kindernothilfe und seit über zehn Jahren im Arbeitskreis Berlin der Kindernothilfe aktiv. Die Berliner Gruppe engagiert sich seit 40 Jahren weltweit für notleidende Kinder. Sie sammelt Spenden und unterstützt damit Projekte in Afrika, Asien und Lateinamerika. „Es ist uns wichtig, nachhaltige Hilfe anzubieten“, sagt Waltraud Schönebeck. Die 78-Jährige erinnert sich zum Beispiel an das Vorhaben, für eine mobile Zeltschule für Nomaden in Äthiopien zu sammeln. „Es wurden 13 500 Euro benötigt. Das schaffen wir nie, dachten wir damals. Aber: Am Ende sind 27 000 Euro zusammengekommen und es konnten zwei solcher Schulen finanziert werden.“

Geheimtipp im Kiez

Das Wohnzimmer und – jetzt in der Pandemie – der Garten der Schönebecks spielt bei den Aktivitäten des Arbeitskreises eine herausragende Rolle. Hierher laden die Schönebecks mehrmals im Jahr Prominente zu Lesungen ein. Sie sind inzwischen zu einem Geheimtipp im Kiez geworden. „Manchmal kommen die Leute auch von weiter her. Mindestens 50 Gäste finden sich jedes Mal ein, um dabei zu sein, wenn bekannte Persönlichkeiten spannende Geschichten aus ihren Leben berichten“, erzählt Wolfgang Schönebeck. Der wohl prominenteste Gast war der damalige Bundespräsident Joachim Gauck. „Wir hatten ihn einfach angesprochen beim Dorfkirchensommer“, erinnert sich der 79-Jährige. Eines Tages rief Gauck zurück. Persönlich. „Eigentlich wollte er absagen, aber er fand die Sache toll und sagte zu“, sagt Wolfgang Schönebeck. Den Bundespräsidenten so nah zu erleben, sei ein tolles Erlebnis gewesen. Aber auch andere interessante Persönlichkeiten saßen schon in Schönebecks Wohnzimmer. „Journalist Harald Martenstein war hier, die Schauspielerin Monika Bienert oder auch der Sohn eines Stasi-Spions“.

Mit den Lesungen wirbt der Arbeitskreis für sein Anliegen und sammelt Spenden, um Projekte finanziell unterstützen zu können.

Spenden für Peru-Projekt

Aktuell fließen die Gelder in ein Therapiezentrum in der Region Cajamarca im Norden Perus, das Mädchen und Jungen mit Behinderungen und ihre Familien fördert. Dazu werden ehrenamtliche Therapeuten ausgebildet, medizinische Eingriffe organisiert und Gemeinschaftsgärten für die Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung angelegt. Außerdem sollen durch Informationsveranstaltungen Vorurteile gegenüber Behinderten abgebaut werden.

In diesem Jahr stellt das Corona-Virus den Arbeitskreis vor große Probleme. „Die Pandemie stoppt all unsere Aktivitäten“, bedauert Waltraud Schönebeck. Es gibt keine Möglichkeiten für öffentliche Auftritte, daher haben die Mitglieder des Arbeitskreises nach Alternativen gesucht, wie Spenden für das Projekt generiert werden können. Sie riefen eine Wette ins Leben. In Anlehnung an den 40. Geburtstag des Arbeitskreises wurden 40 Spender gesucht, die jeweils 40 Euro spenden.

„Die 40x40-Wette haben wir souverän gewonnen“, erzählt Waltraud Schönebeck. „Insgesamt haben sogar über 50 Teilnehmer mitgemacht, und wir haben dadurch mit über 3200 Euro das Zielergebnis verdoppelt. Mehrere Teilnehmer haben den Wetteinsatz sogar deutlich erhöht.“ Die Schönebecks freuen sich vor allem für die behinderten Kinder in Peru, denen damit geholfen werden kann, und hoffen, weitere Spender und Mitstreiter zu gewinnen. Der Arbeitskreis trifft sich normalerweise einmal im Monat zur Besprechung weiterer Aktivitäten. Während Corona sind auch die Treffen ausgesetzt.

Advents-Tüten für Mitarbeiter und Kunden

Jetzt im Advent läuft die Aktion „15 Minuten Advent“. Dazu haben die Mitglieder des Arbeitskreises kleine Tüten mit einem selbstgebastelten Stern, einer Kerze, einem Beutel Tee und einer besinnlichen Geschichte gefüllt. „Die Advents-Tüten bieten wir kleinen Geschäften, Unternehmen oder Arztpraxen an, die damit ihren Mitarbeitern oder auch Kunden eine Freude machen können. Für jede Tüte bitten wir im Gegenzug um eine Spende von fünf Euro. Das Geld kommt unserem Peru-Projekt zugute“, erklärt Waltraud Schönebeck.

Wer den Arbeitskreis Berlin der Kindernothilfe ebenfalls unterstützen möchte, findet Informationen zu den Aktivitäten, Kontaktdaten und auch Daten für das Spendenkonto auf www.facebook.com/Kindernothilfe-Arbeitskreis-Berlin-106130707818514 oder auch auf www.kindernothilfe.de/berlin.

Autor:

Karla Rabe aus Steglitz

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