Anwohnerversammlung brachte keine Annäherung
Bezirksamt und BI streiten weiter um Ausbau der Lemkestraße

Soll die Lemkestraße komplett ausgebaut werden oder nur die Gehwege? Eine Anwohnerinitiative und das Bezirksamt haben dazu entgegengesetzte Vorstellungen.
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  • hochgeladen von Harald Ritter

Der Streit um den Ausbau der Lemkestraße geht weiter. Die Standpunkte des Bezirksamtes und der Anwohner liegen weiter deutlich auseinander. Auch nach der Anwohnerversammlung am 10. September im Kunsthaus Flora gibt es keine Annäherung.

Die Bezirksverordnetenversammlung hatte auf Antrag der Bürgerinitiative Lemkestraße in den Garten des Kunsthauses Flora eingeladen. Die Ablehnung der Ausbaupläne des Bezirksamtes ist groß. 800 Unterschriften konnte die BI sammeln. Entsprechend gut gefüllt war der Garten.

Die BI will die Straßenbäume sowie das Kopfsteinpflaster erhalten und befürwortet lediglich den Ausbau der Gehwege. Sprecher Marco Hoffmann erklärte daher, dass die BI das Baumgutachten des Bezirksamtes anzweifle. In dem Gutachten, das vom Bezirksamt in Auftrag gegeben wurde, steht, dass 19 der rund 60 Bäume zwischen Donizettistraße und Kieler Straße ohnehin gefällt werden müssten und der Rest beim geplanten Ausbau der Gehwege. Die BI befürchtet zudem, dass die Lemkestraße durch den Ausbau zur Rennstrecke und der Wert der Grundstücke massiv gemindert werde. Langfristig sollte aus Sicht der BI der gesamte Bereich des Siedlungsgebietes in Mahlsdorf-Nord unter Denkmalschutz gestellt werden.

Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU) erinnerte daran, dass der Senat dem Bezirk 5,5 Millionen Euro für dier Umgestaltung der Lemkestraße in Aussicht gestellt habe. „Die Lemkestraße soll zur Sammelstraße im Siedlungsgebiet ausgebaut werden“, sagte er. Das Bezirksamt wolle damit auch Vorschläge aus den Bürgerhaushalten der zurückliegenden Jahre und Beschlüsse der BVV umsetzen.

Die Planungsentwürfe sehen eine Fahrbahnbreite von 6,50 Meter statt derzeit acht Meter und die Verbreitung der Gehwege vor. Alle zu fällenden Bäume sollen nachgepflanzt werden. Die Entschleunigung des Autoverkehrs will Martin dadurch erreichen, dass auf der Fahrbahn geparkt werden darf.

Bezirksverordnete der AfD, der Bündnigrünen und der SPD unterstützten in der Diskussion die Position der BI. Die Abgeordnete Iris Spranger (SPD) und Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) lieferten sich ein Rededuell, ob die Zweckbindung der Senatsgelder aufgehoben werden könne oder nicht.

Erst als sich die Veranstaltung dem Ende zuneigte, meldeten sich Anwohner zu Wort, die schon mehrere Jahrzehnte an der Lemkestraße leben. Sie beschrieben die Verhältnisse in ihrer Straße als unerträglich. Verbesserungen bis hin zur Erneuerung der Wasserleitungen seien dringend nötig. Ob das Kopfsteinpflaster dabei erhalten werden könne, ist für sie eine nachrangige Frage.

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