Die kleine Form im Fokus
Bezirksmuseum zeigt Werkschau der Mahlsdorfer Künstlerin Johanna Jura

Das Foto zeigt Johanna Jura in ihrem Haus am Hultschiner Damm 1985 bei der Arbeit an einer Kleinplastik aus Keramik.
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  • Das Foto zeigt Johanna Jura in ihrem Haus am Hultschiner Damm 1985 bei der Arbeit an einer Kleinplastik aus Keramik.
  • Foto: Heinz Jura
  • hochgeladen von Harald Ritter

Mit einer Ausstellung erinnert das Bezirksmuseum an die Bildhauerin Johanna Jura. Zu sehen sind Kleinplastiken und Keramikarbeiten aus unterschiedlichen Perioden des Schaffens der Künstlerin.

Johanna Jura (5. Juli 1923-12.4.1994) gehörte nicht zu den Wortführern im Kunstbetrieb der DDR, war aber eine weithin anerkannte Künstlerin und bedeutende Künstlerpersönlichkeit, die im Bezirk eine Heimat fand. Aus Anlass ihres 95. Geburtstages zeigt das Museum unter dem Titel „Johanna Jura – Bronze und Keramik“ eine Werkschau des Schaffens der Künstlerin.

1923 in Gerbstedt bei Mansfeld geboren, nahm sie noch während des Zweiten Weltkrieges ein Studium der Bildhauerei und Bildweberei in der Kunstschule Burg Giebichenstein in Halle auf. Nach dem Studium absolvierte sie von 1946 bis 1948 eine Meisterklasse bei Gustav Weidanz. 1947 wurde sie Gründungsmitglied der Halleschen Künstlervereinigung „Die Fähre“.

Bis kurz vor ihrem Tode war sie regelmäßig bei Ausstellungen in Bezirksstädten wie Halle oder Erfurt sowie in Berlin präsent. Sie war ab 1949 freischaffend als Künstlerin tätig, nahm aber von 1949 bis 1951 auch einen Lehrauftrag am Institut für Kunsterziehung der Martin-Luther-Universität an. Nach einer Zwischenstation in Erfurt siedelte Jura 1964 nach Berlin über und nahm ihren Wohnsitz in Mahlsdorf.

Zu ihren plastischen Arbeiten gehören auch einige Werke der baugebundenen Kunst im öffentlichen Raum in Berlin. Sie erhielt 1968 den Auftrag für die Gestaltung des Eingangsbereiches einer Kindereinrichtung im Heinich-Heine-Viertel und schuf dort eine Toranlage mit drei Reliefbändern, eine Illustration der „Harzreise“ Heinrich Heines. Vom Grünflächenamt Berlin erhielt die Künstlerin Aufträge für Parkplastiken, so entstanden 1968 die „Sportlerin“ im Landschaftsgarten „An der Parkaue“ und 1975-1978 die Gruppenplastik „Kind mit Katzen“ für ein Neubaugebiet in Weißensee. 1973 gestaltete Johanna Jura das Mahnmal „Gegen den Atomkrieg“ in der Frankfurter Allee in Lichtenberg. Drei Jahre später schuf sie das Mahnmal für die Opfer des Faschismus, das im Innenhof der Humboldt-Universität steht.

Eine ihrer am meisten beachteten Arbeiten ist das mehrteilige Relief „Kinderkreuzzug“ (1969/70). Das Werk setzt sich anhand eines Gedichtes von Berthold Brecht mit dem Schicksal polnischer Kinder auseinander, deren Eltern von den Nazis in Konzentrationslager verschleppt wurden. Es befindet sich heute an ihrem ehemamligen Wohnhaus am Hultschiner Damm 71.

Ab 1979 übernahm sie keine solche Aufträge mehr, wandte sich vollständig der Kleinplastik zu und richtete sich eine Keramikwerkstatt in der Nähe ihres Hauses am Hultschiner Damm ein. “Das geschah aus gesundheitlichen Gründen. Meine Mutter konnte die schwere Arbeit nicht mehr machen“, sagt Susanne Jura. Johanna Jura starb am 12. April 1994 in Mahlsdorf.

Die Ausstellung „Johanna Jura – Bronze und Keramik“ ist bis 26. April im Bezirksmuseum, Haus 2, Alt-Marzahn 55, zu sehen. Öffnungszeiten sind Mo-Fr von 11 bis 17 Uhr. Vom 21. Dezember bis zum 6. Januar ist das Museum geschlossen. Mehr Infos: www.museum-marzahn-hellersdorf.de.

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