Das Erbe der IGA
Die Internationale Gartenausstellung veränderte den Bezirk nachhaltig

Die IGA brachte 2017 viele Menschen in den Bezirk, die sich auch ein besseres Bild von Marzahn-Hellersdorf machen konnten.
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  • hochgeladen von Harald Ritter

Das herausragende Ereignis der zurückliegenden Jahre im Bezirk ist die IGA 2017 gewesen. Die Internationale Gartenausstellung hat deutliche Spuren hinterlassen und auch die Außenansicht auf Marzahn-Hellersdorf verändert.

Die IGA hatte von Mai bis Oktober 2017 rund 1,6 Millionen Besucher. Das waren deutlich weniger als erwartet, aber hautsächlich dem schlechten Wetter geschuldet. Beim Besuch der Gartenschau konnten sich dennoch viele Hunderttausend Gäste aus anderen Berliner Bezirken, der ganzen Republik und aller Welt ein neues Bild von Marzahn-Hellersdorf machen. Auch im durchgehend positiven Medienecho deutete sich eine neue Sicht auf den Bezirk als grünen, lebenswerten Berliner Stadtteil an.

Die IGA hat den Bezirk auch von der Gestaltung her erheblich verändert. Das Gelände um den Kienberg und die umliegende Wuhleniederung, ehemals ein Teil der Grenze zwischen den beiden Bezirken Marzahn und Hellersdorf, sind ein neues Herzstück des Bezirks mit neuen Freizeitmöglichkeiten und Erholungsangeboten. Allein die im Zuge der IGA gebaute Seilbahn ist ein Symbol neuer Urbanität, das viele nicht mehr missen möchten.

Die vielen im Rahmen der IGA entstandenen neuen Attraktionen im Bezirk bilden auch ein Potenzial für die Zukunft, das allerdings nicht ausgeschöpft und nicht in allen Teilen gesichert ist. Die Gärten der Welt weisen beispielsweise mit der Freilichtbühne Arena, den neuen Wassergärten, den internationalen Themengärten, dem englischen Cottage-Garten oder dem Wasserspielplatz „Großer Wal“ neue, hochwertige Anziehungspunkte auf.

Der erhoffte Anstieg der Besucherzahlen in den Gärten der Welt nach der IGA blieb jedoch bisher aus. Dadurch scheint auch die neu angesiedelte Gastronomie wie am Haupteingang Blumberger Damm weniger ausgelastet als erhofft. Bald nach der IGA sollte mit dem Bau einer Multifunktionshalle einschließlich Parkdecks begonnen werden. Über die genauen Pläne und den Baubeginn wurde noch nicht entschieden. Die Parkprobleme besonders bei Großveranstaltungen sind nach wie vor ungelöst.

Die Seilbahn ist auch nach der IGA nicht nur als Attraktion, sondern auch als Verkehrsmittel zum Erreichen des Kienbergs und der Gärten der Welt geblieben. Der Betrieb ist durch einen Vertrag zwischen dem Senat und der Leitner AG bis 2020 gesichert. Die Finanzierungsbedingungen haben sich aber geändert. Seilbahn-Fahrten werden nicht mehr über das IGA-Ticket bezahlt. Es gibt zwar Kombitickets mit den Gärten der Welt, aber letztendlich erfolgt die Nutzung individuell.

Ob auf Grund der Ticketverkäufe der Betrieb der Seilbahn auf Dauer wirtschaftlich sein wird, ist fraglich. Politiker aus dem Bezirk haben vorgeschlagen, die Seilbahn in den Berliner ÖPNV einzubinden und deren Nutzung mit einem BVG-Ticket freizugeben. Diese Möglichkeit soll jetzt im Rahmen der Berliner Nahverkehrsplanung bis 2030 geprüft werden.

Der Kienberg und das darunter gelegene Tal der Wuhle mit dem Wuhleteich waren 2017 Teil der IGA und wurden im Zusammenhang damit zu einem attraktiven Naherholungsgebiet entwickelt. Dieses bildet mit einer Gesamtfläche von rund 60 Hektar seit Anfang 2018 den Volkspark Kienbergpark. Es wird mit seinen weitläufigen Wegen in einer Naturlandschaft und Spielplätzen und anderen Aufenthaltsorten gern genutzt. Besondere Attraktionen sind das Aussichtsbauwerk „Wolkenhain“ auf dem Kienberg und die Flächen um den Wuhleteich mit ihren Tieren und die Plattform am Umweltbildungszentrum.

Der Kienbergpark ist seit seiner Freigabe für die Öffentlichkeit immer wieder Ziel von Vandalismus gewesen. So wurde im vergangenen Jahr durch gezielte Eingriffe die Beleuchtung lahmgelegt, die Stromversorgung für Koppeln der weidenden Pferde zerstört und in diesem Jahr der Weinberg an den Kienbergterrassen verwüstet. Das alles ist Anlass, über ein neues Konzept für den Kienbergpark nachzudenken, das auch die Sicherheit der Anlagen und Tiere stärker berücksichtigt.

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