Gesucht und gefunden
Das Bezirksmuseum zeigt eine Ausstellung zur Trillerschen Mühle

Die Trillersche Bockwindmühle, das Mühlenhaus und dahinter die Windkraftanlage, hier ein Foto aus den 1920er Jahren, bildeten ein Einheit.
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  • Die Trillersche Bockwindmühle, das Mühlenhaus und dahinter die Windkraftanlage, hier ein Foto aus den 1920er Jahren, bildeten ein Einheit.
  • Foto: Wolf
  • hochgeladen von Harald Ritter

Die sogenannte Trillersche Mühle und Ergebnisse von Ausgrabungen des Mühlenvereins stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung zur Marzahner Mühlengeschichte im Bezirksmuseum.  

Der Marzahner Mühlenverein feiert in diesem Monat zwei Jubiläen. Vor 25 Jahren wurden sowohl die Bockwindmühle eingeweiht als auch der Verein gegründet. Mit der Ausstellung stellt er seine Arbeit vor und widmet sich unter dem Titel „Gesucht-gefunden!“ einem besonderen Kapitel der Mühlengeschichte, als die Familie Triller von Anfang bis gegen Mitte des 20. Jahrhunderts an der heutigen Allee der Kosmonauten die Mühle betrieb. Hierzu gehört auch ein interessanter Abschnitt der Nutzung von Windkraft im Bezirk.

Die erste Marzahner Mühle wurde 1815 außerhalb des Dorfs auf einem Grundstück gebaut, auf dem sich heute der Angerpark befindet. Den Neubau einer Mühle von 1869 an derselben Stelle pachtete um 1900 der Müller Max Georg Triller (1870-1946). Gegen 1906 setzte dieser eine Bockwindmühle auf ein Grundstück in der Nähe, die bis Ende der 1960er-Jahre von der Familie betrieben wurden. Sein Sohn Richard (1896-1957) baute erstmals 1912 eine erste Windkraftanlage, die ab 1920 auch Strom erzeugte. Eine neue Windkraftanlage von 1938 wurde ab 1942 als Versuchsanlage der „Reichsarbeitsgemeinschaft Windkraft“ betrieben. Die Trillerschen Windkraftanlagen können als erste Bemühungen in Berlin gelten, Elektrizität aus Windkraft zu gewinnen.

Nach dem Krieg wurde die unbeschädigt gebliebene Mühle massiv ummauert und als relativ moderne Mühle sogar mit pneumatischer Förderung des Mahlguts ausgestattet. Nach dem Tod von Richard Triller wurde dessen Sohn der Weiterbetrieb versagt. Im Zuge des Baus der Großsiedlung Marzahn kaufte der Staat die Mühlenanlage und ließ den Komplex 1978 sprengen. Auf dem Grundstück entstanden zwei Schulen, die 2006 der Abrissbirne zum Opfer fielen. „Der Standort der Trillerschen Mühle war mir bekannt und so beantragte ich damals eine erste Genehmigung zu Ausgrabungen“, erzählt Müller Jürgen Wolf.

Unter anderem ein Fundamentsockel des ersten Windkraftwerkes von 1912 konnte bei den ersten Ausgrabungen 2006 geborgen werden und steht heute neben einer Replik der Hauptwelle des zweiten Windkraftwerkes auf dem Mühlenberg. Als das ehemalige Mühlengelände zum Ausbau parzelliert wurde, begann Müller zusammen mit Mitgliedern des Mühlenvereins 2016 mit erneuten Ausgrabungen. Ein besonderer Fund war hier die vergrabene drehbare Spitze des ersten Windkraftwerkes und Flügelteile davon.

Die Ausstellung präsentiert technische Teile der alten Mühle sowie der Windkraftanlage wie Akkumulatoren sowie auch Privates der Müllerfamilie, etwa Parfümflakons oder einen Senfbecher. Tafeln zur Mühlengeschichte bieten den historischen Rahmen. Die Ausstellung zur Trillerschen Mühle wird am 12. Mai um 14 Uhr im Bezirksmuseum, Haus 2, Alt-Marzahn 55, eröffnet und ist bis 15. November Mo-Fr von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen. Jürgen Wolf hält am 15. Mai um 18 Uhr im Bezirksmuseum, Haus 1, Alt-Marzahn-51, Veranstaltungsraum, einen Vortrag über seine Spurensuche. Eintritt frei.

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