Auf vier Rädern bequem ans Ziel
citkar produziert seit April Cargobikes am Pyramidenring

2018 gründete Jonas Kremer "citkar". Im April bezog der Nutzfahrzeughersteller am Pyramidenring seine erste eigene Produktionsstätte. Die Cargobikes mit vier Rädern, zwei Akkus und einer Nutzlast von 200 Kilo sind gut für den Warentransport geeignet.
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  • 2018 gründete Jonas Kremer "citkar". Im April bezog der Nutzfahrzeughersteller am Pyramidenring seine erste eigene Produktionsstätte. Die Cargobikes mit vier Rädern, zwei Akkus und einer Nutzlast von 200 Kilo sind gut für den Warentransport geeignet.
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Seit April ist Marzahn um ein innovatives Unternehmen reicher. Im Gewerbegebiet am Pyramidenring hat die Firma „citkar“ ihre erste eigene Produktionsstätte bezogen. Dort werden aus einer Vielzahl von Komponenten E-Bikes als Nutzfahrzeuge zusammengebaut. Sie sollen den Transport von Waren auf der letzten Meile erleichtern.

Konzipiert sind die Bikes – vom Unternehmen auch „Loadster“ genannt – für die gewerbliche Nutzung. Drei Modelle hat das Unternehmen im Angebot. Sie unterscheiden sich in der Größe der Ladefläche und werden basierend auf demselben Grundgerüst per Baukastenprinzip fertiggestellt. Die einfachste Version, der „Loadster Pure“ (ab 8450 Euro) kann beispielsweise eine Ladung mit einem Volumen von bis zu 1350 Liter in einer Box auf Europaletten-Maß transportieren. Die Nutzlast beträgt bis zu 200 Kilogramm. Mit den zwei mitgelieferten Akkus haben die Bikes eine Reichweite von 60 Kilometern, bevor sie vier Stunden lang aufgeladen werden müssen.

Lenkrad mit integriertem Display

Wer eine Probefahrt macht, gewöhnt sich schnell an das Fahrgefühl. Der Loadster unterscheidet sich von einem normalen Fahrrad oder E-Bike vor allem durch die Breite, die vielerorts einen kompletten Radweg einnehmen dürfte, und den Blick in die Seitenspiegel. Aufgrund der Tatsache, dass das Vehikel vier Räder hat und der Fahrer beim Abbiegen einen Blinker setzen sollte, kommt der Loadster schon ein wenig einem Elektroauto nahe. Verstärkt wird dieser Eindruck durch das Lenkrad mit verschiedenen Knöpfen und integriertem Display, worüber sich beispielsweise der Gang einstellen lässt.

Mit einem Ketcar fing alles an

Jonas Kremer (26) ist Gründer und CEO von citkar. Er erinnert sich noch gut an die Anfänge seines Unternehmens. Während seiner Ausbildung zum Fachangestellten für Bürokommunikation arbeitete er nebenbei in einem Supermarkt. Einen Führerschein hatte er nicht. Um Einkäufe bequem nach Hause zu transportieren, suchte er daher nach einer anderen Lösung.

„An einem Morgen kam mir ein Knirps auf einem Kettcar entgegen“, blickt er zurück. Dieser Moment brachte ihn auf eine Idee. Er kaufte sich selbst ein Kettcar, das er anschließend zersägte und verlängerte, um eine Ladefläche zu schaffen. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Ende 2013 wurden die ersten Ideen und Zeichnungen zu Papier gebracht, wenige Monate darauf der erste Prototyp entwickelt.

Feste Mitarbeiter und Werkstudenten

So richtig Fahrt nahm das Projekt aber erst ein paar Jahre später auf. 2016 zog Jonas Kremer nach dem Ende seiner Ausbildung aus seiner Heimat Bonn nach Berlin, wo er 2018 citkar gründete, auf der Fahrradmesse VELOBerlin am Flughafen Tempelhof vorstellte und einen Investor für sich gewinnen konnte. Inzwischen ist das Unternehmen gewachsen, hat 22 Mitarbeiter, darunter 18 Vollzeit-Angestellte sowie Werkstudenten.

Die meisten von ihnen sind von „FaSTTUbe“ gekommen, einem Studententeam der TU Berlin, das Rennwagen konstruiert und mit diesen europaweit an Konstruktionswettbewerben teilnimmt. Deren Mitglieder studieren beispielsweise Verkehrswesen, Maschinenbau, Luftfahrttechnik, Fahrzeugtechnik oder Bauingenieurwesen. Citkar sponsert das Team und hat einigen von ihnen eine Stelle verschafft.

"Wir machen hier unser Ding"

Bis Anfang des Jahres war citkar noch im „MotionLab.Berlin“ in Alt-Treptow untergebracht, einem Co-Working-Space für zahlreiche junge Unternehmen verschiedener Branchen. Dann erfolgte der Umzug. Für Marzahn als Standort entschied sich Jonas Kremer, weil viele seiner Mitarbeiter in der Umgebung wohnen. Die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sei nicht ganz so günstig, dafür aber die Nähe zur Autobahn. Außerdem gefiel ihm, dass es keine Wohnungen in unmittelbarer Nähe gibt. „Wir wollten hier unser Ding machen, organisieren immer wieder kleinere Teamevents, wo auch mal gegrillt und die Musik vielleicht ein bisschen lauter wird. Das geht nicht überall in Berlin“, sagt er.

Neben der Produktionshalle besteht derweil Platz für noch zwei weitere Hallen, die er gern bald bauen lassen würde. Sein Unternehmen wächst, genauso wie der Markt für Cargobikes. „Wir sind gerade fleißig am Einstellen“, erzählt Jonas Kremer. Seine Vision lautet: „Die Verbesserung der urbanen Mobilität mit positiven Lösungen, die bewegen und begeistern.“ Anfang November hat citkar die ersten 15 in Marzahn gefertigten Loadster ausgeliefert. Schon bald sollen monatlich bis zu 160 Exemplare hergestellt werden.

Autor:

Philipp Hartmann aus Köpenick

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